Umweltsatellit Envisat beobachtet Zerfall in neun Stücke Rieseneisberg B-15A zerbrochen - scinexx | Das Wissensmagazin
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Umweltsatellit Envisat beobachtet Zerfall in neun Stücke

Rieseneisberg B-15A zerbrochen

Eisberg B-15A © ESA

Fünf Jahre lang war er das größte freischwimmende Objekt der Weltmeere: der Eisberg B-15A. Jetzt ist er vor dem antarktischen Cape Adare in kleinere Stücke zerbrochen. Umweltsatellit Envisat der europäischen Weltraumagentur ESA hat den Eisriesen seit Beginn dieses Jahres beobachtet.

B-15A war das größte verbliebene Stück des noch gewaltigeren Eisbergs B-15, der im März 2000 vom Ross Eisschelf abgebrochen war. Die Bruchstücke dieses Eisbergs trieben kurz darauf in den McMurdo-Sund und brachten die dort lebenden Pinguine in Bedrängnis: Die immer noch riesigen Eisplatten blockierten die Meeresströmungen und ließen das für die Ernährung der Vögel überlebenswichtige offene Wasser zufrieren.

Im Laufe der letzten Jahre bewegte sich der flaschenförmige B-15A Eisberg dann immer weiter nach Nordwesten, umschiffte zwei vorspringende Gletscherzungen und lief schließlich vor Cape Adare, der nördlichsten Spitze des Viktorialands auf Grund. Noch immer war er 115 Kilometer lang und nahm eine Fläche von mehr als 2.5000 Quadratkilometer ein.

Dieses Anlanden leitete offensichtlich den Zerfall des Rieseneisbergs ein. Die Spannungen und Dehnungen, denen die Eismassen ausgesetzt waren, ließen den Tafeleisberg am 28. Oktober 2005 in neun kleinere, messerklingenartig geformte Eisberge und zahlreiche kleinere Splitter zerbrechen, wie aktuelle Aufnahmen des Eisbeobachtungsinstruments ASAR an Bord des Satelliten Envisat zeigten. Das ASAR-Radar kann die Boden- und Eisstruktur selbst durch eine dichte Wolkendecke hindurch abbilden und erlaubt es den Wissenschaftlern, das alte Eis eines Eisbergs deutlich von dem jungen darum herum liegenden Meereis zu unterscheiden.

„Die langen, messerförmigen Stücke deuten darauf hin, dass der Eisberg entlang von bestehenden Schwächelinien im Inneren des Eises gebrochen ist“, erklärt Mark Drinkwater von der Meeres- und Eisforschungsabteilung der ESA. „Wahrscheinlich handelte es sich um schon im Eisschelf existierende Rissen und Gräben.“ Die neuen Tochtereisberge behalten den Namen B-15, tragen aber andere Buchstaben dahinter. Die drei größten Stücke wurden bereits B-15M, B-15N und B15P getauft.

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(ESA, 08.11.2005 – NPO)

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