Menschliche Abdrücke in der Türkei sind 11.000 Jahre alt Rätsel um Fußspuren in Vulkanasche gelöst - scinexx | Das Wissensmagazin
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Menschliche Abdrücke in der Türkei sind 11.000 Jahre alt

Rätsel um Fußspuren in Vulkanasche gelöst

Einer der Fußabdrücke, die ein Mensch während eines Vulkanausbruchs in der frischen Asche hinterließ © WWU/ Ralf Hetzel

In Vulkanasche verewigt: Forscher haben das Alter von im Westen der Türkei konservierten Fußspuren neu bestimmt – und beenden damit eine lange Diskussion. Demnach sind die menschlichen Abdrücke, die in einer Schicht vulkanischer Asche erhalten geblieben sind, etwa 11.000 Jahre alt. Viel jünger also, als bisher angenommen. Die Erkenntnisse über das Alter der Spuren soll nun helfen, die Besiedlungsgeschichte der Region zu rekonstruieren.

Nicht nur die Überreste der antiken Stadt Pompeji sind durch Vulkanasche konserviert. Auch an einem anderen Ort der Welt haben Vulkanausbrüche menschliche Spuren verewigt: Bereits im Jahr 1969 entdeckten Arbeiter im Vulkanfeld von Kula in der West-Türkei beim Bau eines Staudamms Fußabdrücke von Menschen. Sie sind in einer dünnen Schicht vulkanischer Asche erhalten geblieben.

Doch wann hatten Menschen diese Spuren hinterlassen? Diese Frage wurde nach dem spektakulären Fund heftig diskutiert, das Alter der Fußabdrücke konnte aber nie geklärt werden. So reichte die Spanne vorangegangener Datierungen von 250.000 Jahre bis 25.000 Jahre. Wissenschaftlern um Caroline Heineke von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster will es nun jedoch gelungen sein, das Alter der Spuren endlich exakt zu datieren.

Neues Verfahren zur Altersbestimmung

Das Vulkanfeld von Kula in der West-Türkei © WWU/ Ralf Hetzel

Das Team verwendete für die Altersbestimmung ein neues Verfahren. Es basiert auf der Analyse von Teilchen, die in oberflächennahen Gesteinen durch die kosmische Strahlung entstehen. Anhand der durch die Teilchenstrahlung aus dem Weltall erzeugten Isotope Helium-3 und Beryllium-10 konnten die Forscher das Alter des Gesteins datieren, das damals zeitgleich mit der Vulkanasche an der Erdoberfläche abgelagert wurde.

Die Ergebnisse zeigen: Die Spuren, die ein Mensch während eines Vulkanausbruchs in der frischen Asche hinterließ, sind deutlich jünger als gedacht. Die Fußabdrücke sind laut Heineke und ihren Kollegen rund 11.000 Jahre alt. „Die genaue Kenntnis des Alters der Spuren kann nun Archäologen helfen, die Besiedlungsgeschichte der Region zu rekonstruieren“, sagen die Wissenschaftler.

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Auch in jüngerer Zeit kam es zu Eruptionen

Zudem belegen Analysen weiterer Ablagerungen im Kula-Vulkanfeld, dass der Vulkanausbruch vor 11.000 Jahren nicht der letzte in dem jüngsten bekannten Vulkangebiet des östlichen Mittelmeerraums war. Demnach kam es dort in den letzten 4.000 Jahren zu mehreren Eruptionen, wie die Forscher berichten.

„Für Geologen ist die Kenntnis über die Vulkanausbrüche wichtig, um die Eruptionsgeschichte großer Vulkane beziehungsweise Vulkanfelder nachzuvollziehen. Die zeitliche Einordnung der Ausbrüche hilft auch dabei, die geologische Entwicklung der Landschaft zu rekonstruieren“, erklärt Heineke in einer Mitteilung. (Quaternary Geochronology, 2016; doi: 10.1016/j.quageo.2016.04.004)

(Westfälische-Wilhelms-Universität Münster, 18.05.2016 – DAL)

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