Umstrittene Mikrofossilien aus der Zeit des Massenaussterbens als Pilze identifiziert Perm: Pilze als Katastrophen-Gewinner - scinexx | Das Wissensmagazin
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Umstrittene Mikrofossilien aus der Zeit des Massenaussterbens als Pilze identifiziert

Perm: Pilze als Katastrophen-Gewinner

Erde während des späten Perms vor 260 Millionen Jahren © Dr. Ron Blakey/cc-by-sa 3.0

Das größte Massenaussterben der Erdgeschichte vor 250 Millionen Jahren brachte die gesamte damalige Lebenswelt an den Rand der Vernichtung. Aber es gab auch Gewinner dieser Katastrophe: Noch während Tiere und Pflanzen starben, erlebten zahlreiche Pilzarten eine Massenvermehrung. Neue, jetzt in „Geology“ veröffentlichte Analysen bestätigen, dass die massenhaft in den Gesteinen aus der Katastrophenära vorkommenden Mikrofossilien tatsächlich zu den Holz zersetzenden Pilzen gehören.

Das Perm-Zeitalter ging vor 250 Millionen Jahren mit dem größten Massenaussterben der Erdgeschichte zu Ende. 90 bis 95 Prozent aller marinen Tier- und Pflanzenarten starben damals aus, ebenso 70 Prozent aller Landlebewesen. Gewaltige und tausende von Jahren anhaltende vulkanische Eruptionen in den Sibirischen Trapps veränderten durch ihre Gasemissionen das globale Klima nachhaltig und trugen zu einer Versauerung der Ozeane bei. Auch die vor schädlichen UV-Strahlen schützende Ozonschicht könnte ausgedünnt worden sein.

Rätselhafte Mikrofossilschwemme

Während in dieser Zeit Tiere und Pflanzen gleich reihenweise ausstarben, zeigen sich in den Fossilienfunden immer wieder winzige Organisen, die sich während der Katastrophe sogar vermehrt zu haben scheinen. Einige Forscher ordneten diese fossilen Zellen der Gruppe der Pilze zu, andere hielten sie eher für Algen. Jetzt haben Mark A. Sephton und seine Kollegen vom Imperial College London neue Belege dafür geliefert, dass es sich bei diesen „Katastrophengewinnlern“ tatsächlich um Pilze gehandelt haben muss.

Holzzersetzende Pilze als Profiteure

Für ihre Analysen nutzten sie neueste Technik, darunter einen hochsensiblen Massenspektrometer, der normalerweise für die Suche nach interstellaren Staubkörnern in Meteoriten eingesetzt wird. Die Ergebnisse enthüllten, dass es sich bei den am Perm-Ende so zahlreich vertretenen Organismen um holzverdauende Pilze gehandelt haben muss. Da die Bäume bei der Katastrophe zu den ersten Opfern gehörten, gab es zu dieser Zeit reichlich verrottendes und totes Holz auf den Kontinenten. Dieser Überfluss an Nahrung führte zu einer Massenvermehrung der Pilze, ähnlich wie es auch heute manchmal nach verheerenden Stürmen oder Überschwemmungen mit viel Holztrümmern beobachtet wird.

Nach Ansicht der Forscher zeigt diese Vermehrung am Ende des Perm, dass es selbst bei dramatischen oder katastrophalen Umweltveränderungen neben Verlieren immer auch Gewinner gibt. Erst das Sterben der Bäume ermöglichte es den Pilzen, sich auszubreiten.

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(Geological Society of America (GSA), 02.10.2009 – NPO)

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