Envisat-Satellit prognostizert zweiwöchige Verspätung Ozonloch kehrt zurück - scinexx | Das Wissensmagazin
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Envisat-Satellit prognostizert zweiwöchige Verspätung

Ozonloch kehrt zurück

Prognose für das Ozonloch 2004 © ESA

Envisat, der Umweltsatellit der ESA, hat über der Antarktis Daten gesammelt, die eine Rückkehr des Ozonlochs ankündigen. Die verräterischen dunklen Flecken in der Vorhersagekarte zeigen zwar einen verspäteten Beginn der Ausdünnung der atmosphärischen Schutzhülle, geben aber keine Entwarnung bezüglich des Ozonschwunds insgesamt.

„Seit dieses Phänomen in den 1980er Jahren erstmals entdeckt worden ist, waren Satelliten wichtige Überwachungsinstrumente dafür“, erklärt José Achache, Leiter des Erdbeobachtungsprogramms der ESA. „Die Beobachtungen werden in Computermodelle der Atmosphäre eingespeist und dienen so als Basis für eine Vorhersage. Die aktuellen Modelle prognostizieren das Aufreißen des Ozonlochs noch in dieser Woche.“

Typischerweise bildet sich das Ozonloch über der Südhalbkugel im antarktischen Frühjahr, wenn die steigenden örtlichen Temperaturen die Winde um den Pol, den Vortex, abnehmen lassen und die ozonarme Luft im Inneren des Vortex sich mit der Luft darum herum mischen kann. Die Ausdünnung der Ozonschicht wird durch vom Menschen erzeugte und abgegebene Schadstoffe wie Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) verursacht. Zwar sind diese früher als Kühlmittel und Treibgas eingesetzten Verbindungen seit dem Montreal Protokoll verboten, aber wegen ihrer extremen Langlebigkeit sind die damals abgegebenen FCKWs noch immer in der Atmosphäre präsent.

Wissenschaftler erwarten daher auch noch für einige Jahre die alljährliche Wiederkehr des südpolaren Ozonlochs. Während des Winters der Südhemisphäre sind die Luftmassen über dem antarktischen Kontinent durch die vorherrschenden Winde, den so genannten polaren Vortex, vom Luftaustausch mit den gemäßigteren Breiten abgeschnitten. Im Inneren des Vortex sinken die Temperaturen und polare Stratosphärenwolken entstehen, die Chlorverbindungen enthalten und als Katalysatoren für die Ozonzerstörung agieren. Kommt der polare Frühling, führt die Kombination von wiederkehrendem Sonnenlicht und den Stratosphärenwolken zur Spaltung der Chlorverbindungen in ozonzerstörende Radikale. Ein einziges solches Molekül hat das Potenzial tausende von Ozonmolekülen zu zersetzen.

(ESA, 03.09.2004 – NPO)

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