Studie: Wilderei und Handel gefährden Borneos Menschenaffen Orang-Utans: Mutter gegessen, Baby verkauft - scinexx | Das Wissensmagazin
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Studie: Wilderei und Handel gefährden Borneos Menschenaffen

Orang-Utans: Mutter gegessen, Baby verkauft

Wilderei und illegaler Handel gefährden die letzten asiatischen Menschenaffen, die Orang-Utans. Allein im indonesischen Teil der Insel Borneo – Hauptverbreitungsgebiet der Orang-Utans – fallen jedes Jahr bis zu 1.100 Tiere den Artenschmugglern zum Opfer. Dies ist das Ergebnis einer heute veröffentlichten WWF-Studie.

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Zugleich startete der WWF im Rahmen seiner Borneo-Kampagne eine deutschlandweite Aktionstour. 50 Städte werden in den kommenden Monaten für je einen Tag zur Heimat der „Regenwaldflüchtlinge“.

Die im Anschluss an den Tourstart vorgestellte WWF-Studie zeigt: Vor allem Orang-Utan Babys sind trotz aller Verbote eine profitable Ware. „Ein indonesischer Händler kann mit dem Verkauf eines Menschenaffen das Doppelte eines durchschnittlichen Monatsverdienstes erzielen. Auf internationalen Märkten werden sogar Spitzenpreise bis zu 30.000 Euro für ein Orang-Utan-Baby gezahlt“, so Stefan Ziegler, WWF-Artenschutzexperte. Häufig würden die Mütter erschossen und gegessen, um an die begehrten Babys zu kommen. Ihre Schädel würden im Souvenirhandel als „Borneo Art“ an Touristen verkauft.

„Die oft sehr kleinen, verstreuten Populationen reagieren empfindlich auf den Verlust einzelner Tiere. Mit jedem gejagten Orang-Utan rückt das Aussterben der Art näher“, warnt Ziegler. Seit Beginn der 1990er Jahre ist die Zahl der Borneo-Orang-Utans von 150.000 auf 55.000 gesunken. Bis 2020 drohe das Aus für unsere nächsten Verwandten in Asien.

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Für die Handelsstudie beobachtete TRAFFIC, das gemeinsame Artenschutzprogramm des WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, von 1994 bis 2003 den illegalen Menschenaffenmarkt. Die Autoren der Studie stellen fest, dass Borneo-Orang-Utans insbesondere bei Teilen der indonesischen Oberschicht auf Java und Bali als Haustiere beliebt sind. Sie kritisieren das lasche Vorgehen der Behörden.

„Obwohl der Menschenaffen-Handel seit 1930 verboten ist, wird nicht einmal jeder Zehnte gefasste Wilderer rechtskräftig verurteilt“, so WWF-Experte Ziegler. Alois Vedder vom WWF betont: „Auf Borneo haben wir die große Chance, mit unserem Engagement zur Rettung der ältesten Regenwälder der Erde und der Menschenaffen beizutragen. Der WWF kämpft nicht nur gegen Wilderei, sondern setzt sich auch für ein 220.000 Quadratkilometer großes Schutzgebiets-Netzwerk, das ‚Heart of Borneo’, ein.“

(WWF, 20.06.2005 – DLO)

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