Geophysiker nehmen Süßwasser-Linse auf Borkum unter die Lupe Nordseeinsel wird durchleuchtet - scinexx | Das Wissensmagazin
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Geophysiker nehmen Süßwasser-Linse auf Borkum unter die Lupe

Nordseeinsel wird durchleuchtet

Borkum, Hauptstrand mit Kurhalle am Meer © Robert Breuer / GFDL

Geophysiker nehmen ab heute auf Borkum eine so genannte Süßwasser-Linse tief unter der Erdoberfläche genauer unter die Lupe. Ziel der Wissenschaftler ist es, exemplarisch das Trinkwasservorkommen der Insel genauer zu erfassen und die Grenze zwischen süßem, trinkbarem und versalzenem Grundwasser zu erkunden.

Die erhofften Ergebnisse werden nicht nur dem örtlichen Wasserversorger die kluge Bewirtschaftung des Trinkwasservorkommens erleichtern, vor allem werden damit grundsätzliche Fragen zu Prozessen an der Süß- /Salzwassergrenze und der Dynamik dieser unterirdischen Grenzfläche geklärt, so die Forscher.

Dreiwöchige Bohr- und Messkampagne

Eindringendes Salzwasser und Trinkwasserschutz im Küstenraum sind für unsere Nordseeinseln ständig aktuelle Themen. Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik sieht dies auch als wissenschaftliche Herausforderung und startet am 31. August 2009 auf der Nordseeinsel Borkum eine dreiwöchige Bohr- und Messkampagne. Bereits im Frühjahr 2008 hatten Wissenschaftler mit einer vielbeachteten Hubschraubermessung die Forschungsarbeiten begonnen. Jetzt kommen die „Bodentruppen“.

Die Studien werden im Rahmen des Climate and Water-Projektes (CLIWAT) durchgeführt, das den Einfluss von Klimaveränderungen auf den Grundwasserhaushalt beleuchtet.

Bohrung für eine Grundwassermessstelle © F. Binot / LIAG

Bodenradarmessungen und tiefe Forschungsbohrungen

Zunächst beginnen die Arbeiten mit Bodenradarmessungen entlang von ausgewählten Profillinien. Sie sollen über die Tiefenlage des Grundwasserspiegels und über den Internbau der Inseldünen Aufschluss geben. In der zweiten Woche führen die Forscher dann sowohl kleinere Handbohrungen für Durchlässigkeitsmessungen sowie Maschinenbohrungen an mehreren Stellen der Insel durch.

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Sehr wichtig sind dabei zwei circa 70 Meter tiefe Forschungsbohrungen im Ostland und in der Waterdelle, die bis in das versalzene Grundwasser vordringen sollen. Vor allem in diesen Bohrungen werden aufwändige bohrlochgeophysikalische Messungen durchgeführt, die die Süß-/Salzwassergrenze sichtbar machen.

Ergebnis einer Georadarmessung zur Untersuchung des Schichtaufbaus © Arbeitsgruppe Hydrogeophysik / LIAG

Forscher beobachten Bewegung der Süß-/Salzwassergrenze

Anschließend wird nach Angaben der Forscher ein neuartiges 20 Meter langes Multielektrodenmessgerät des LIAG in das Bohrloch eingebaut, mit dem über lange Zeit die Bewegung der Süß-/Salzwassergrenze beobachtet werden kann. Selbstverständlich nimmt das internationale Wissenschaftlerteam auch Wasser- und Sedimentproben aus verschieden Tiefen zur Alters- und

Qualitätsbestimmung.

(idw – Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik, 31.08.2009 – DLO)

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