Klimafolge könnte die Welt künftig 14 Billionen Dollar jährlich kosten Meeresspiegel-Anstieg wird teuer - scinexx | Das Wissensmagazin
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Klimafolge könnte die Welt künftig 14 Billionen Dollar jährlich kosten

Meeresspiegel-Anstieg wird teuer

Lhaviyani-Atoll der Malediven: Flache Inseln wie diese bekommen den Anstieg des Meeresspiegels am stärksten zu spüren. © Dronepicr/ CC-by-sa 2-0

Kostspielige Folge des Klimawandels: Durch die Erderwärmung steigen die Pegel der Ozeane immer weiter an – und das könnte die Menschheit teuer zu stehen kommen. Modellberechnungen zeigen: Schaffen wir es nicht, das im Pariser Abkommen vereinbarte Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, steigt der Meeresspiegel bis 2100 im globalen Mittel um 0,86 Meter. Damit werden auch die flutbedingten Kosten in die Höhe schnellen: Sie könnten dann 14 Billionen US-Dollar jährlich betragen, wie Forscher berichten.

Mit der globalen Erwärmung steigt auch der Meeresspiegel stetig an: Zum einen dehnt sich das Ozeanwasser durch die wärmeren Temperaturen aus. Zum anderen kommt immer mehr flüssige Masse hinzu, da Gletscher und Eisschilde schmelzen. Die Folgen bekommen die Bewohner vieler Küstengebiete und Inseln bereits seit Jahren zu spüren. Besonders hart trifft es die Atolle in den tropischen Meeren – aber auch Inseln vor der US-Ostküste sind akut bedroht.

„Mehr als 600 Millionen Menschen leben in tiefliegenden Küstenregionen, die sich weniger als zehn Meter über dem Meeresspiegel befinden“, sagt Svetlana Jevrejeva vom National Oceanographic Centre in Southampton. „Der Anstieg des Meeresspiegels ist einer der zerstörerischsten Aspekte des wärmer werdenden Klimas.“ Klar scheint: Bekommt die Welt den Klimawandel nicht in den Griff, wird sich das Problem in Zukunft weiter verschärfen.

Wie hoch steigen die Pegel?

Doch was bedeutet das konkret? Dieser Frage sind Jevrejeva und ihre Kollegen nun nachgegangen. Für ihre Untersuchung prognostizierten sie mithilfe von Modellberechnungen das künftige Ausmaß und die ökonomischen Folgen des Meeresspiegelanstiegs. Dabei gingen sie einmal davon aus, dass eine Begrenzung der Erwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius noch erreicht wird. In einem zweiten Szenario betrachteten sie die Entwicklung im Falle eines ungebremsten Temperaturanstiegs.

Das Ergebnis: Erwärmt sich das Klima bis 2100 nur um 1,5 Grad, wird der Meeresspiegel im globalen Mittel um 0,52 Meter angestiegen sein. Deutlich anders sieht die Lage dagegen bei einer Verfehlung des Zwei-Grad-Ziels aus. In diesem Fall sagen die Modelle einen mittleren Anstieg von 0,86 Metern voraus. Im schlimmsten Fall könnte das Meer stellenweise sogar um 1,8 Meter näher rücken.

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Tropische Inseln trifft es zuerst

Von besonders extremen Pegeln wären den Forschern zufolge vor allem tropische Regionen betroffen – eine Entwicklung, die sich schon heute abzeichnet. „Kleine, tiefliegende Inselstaaten wie die Malediven sind am schnellsten betroffen. Der Anstieg des Meeresspiegels wird sich dort besonders negativ auf die Wirtschaft und die Bewohnbarkeit des Landes auswirken“, konstatiert Jevrejeva.

Doch auch für viele andere Regionen bedeutet der Klimawandel, dass das Ozeanwasser bedrohlich nahe kommt – und demzufolge mehr Geld für den Flutschutz und die Beseitigung von Flutschäden in die Hand genommen werden muss. Doch wie viel? Auch dies berechneten die Wissenschaftler mithilfe ihrer Modelle.

Teure Klimafolge

Dabei zeigte sich: Schreitet die Erderwärmung so fort wie bisher, könnten die weltweiten Flutkosten bis 2100 auf 14 Billionen US-Dollar pro Jahr ansteigen. „Das entspricht rund drei Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2100“, sagt Jevrejeva.

Deutlich zeigen die Prognosen dabei, dass die zusätzlichen Kosten nicht gleichmäßig verteilt sein werden. Denn Länder mit hohem Einkommen sind in Sachen Flutschutz bereits heute gut aufgestellt. Auf Entwicklungs- und Schwellenländer wie China kommt dagegen ein deutlicher Kostenanstieg zu, so das Resultat. „Diese Ergebnisse zeigen wieder einmal, wie wichtig es ist, die globale Erwärmung zu bremsen“, schließt Jevrejeva. (Environmental Research Letters, 2018; doi: 10.1088/1748-9326/aacc76)

(IOP Publishing, 05.07.2018 – DAL)

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