Glühende Lava auf Saunders Island ist erst der achte Lavasee weltweit Lavasee auf subantarktischer Insel entdeckt - scinexx | Das Wissensmagazin
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Glühende Lava auf Saunders Island ist erst der achte Lavasee weltweit

Lavasee auf subantarktischer Insel entdeckt

Mount Michael
Thermische Satellitenaufnahme des Lavasees im Krater des Mount Michael auf Saunders Island, einer entlegenen Vulkaninsel im Südpolarmeer. © NASA/ Landsat

Brodelnde Lava umgeben von Eis: Auf einer Vulkaninsel im Südpolarmer haben Forscher einen glühenden Lavasee entdeckt – erst den achten weltweit. Der 90 bis 215 Meter große See liegt im Krater des Mount Michael, eines aktiven Vulkans auf dem unbewohnten Eiland. Zwar bestand schon länger der Verdacht, dass es in diesem Vulkan einen Lavasee geben könnte, erst jetzt jedoch konnten die Wissenschaftler dies mithilfe von Satellitenaufnahmen nachweisen.

Auf den ersten Blick erscheinen die Antarktis und die subantarktischen Inseln im Südpolarmeer eher eine Domäne von Kälte und Eis zu sein als von Feuer und Lava – doch das täuscht. Denn unter der kalten Oberfläche ist diese Region vulkanisch aktiv. Davon zeugt eine ganze Kette von Vulkanen unter dem Eis der Westantarktis, die teilweise sogar noch aktiv sein könnten. Prominent ist zudem der Mount Erebus im Rossmeer, der südlichste aktive Vulkan der Erde – und einer der wenigen, die einen Lavasee besitzen.

Mount Michael
Luftaufnahme des Mount Michael. © Pete Bucktrout/ British Antarctic Survey

Thermische Anomalie im Vulkankrater

Einen weiteren dieser seltenen Lavaseen haben nun Danielle Gray vom University College London und ihre Kollegen auf einer subantarktischen Insel entdeckt. Der See liegt im Mount Michael, einem aktiven Vulkan auf der Saunders Insel, einem unbewohnten Eiland, das zu den britischen South Sandwich Islands im Südpolarmeer gehört. „Der Vulkan Mount Michael liegt auf einer sehr entlegenen Insel und ist extrem schwer zu erreichen“, erklärt Gray.

Schon zuvor hatten ältere Satellitenaufnahmen auf eine Wärmeanomalie im Krater dieses Vulkans hingedeutet. „Die Auflösung dieser Bilder lag aber nur bei einem Kilometer und es gab keine Langzeituntersuchungen, ob es sich dabei um ein dauerhaftes Phänomen handelt“, erklären die Forscher. Um zu klären, ob es sich nur um kurzzeitige Lavaausstritte oder doch um einen Lavasee handelt, haben Gray und ihr Team nun neue Daten der Satelliten Landsat, Sentinel-2 und ASTER ausgewertet.

Lavasee mit tausend Grad heißer Gesteinsschmelze

Und tatsächlich: „An allen 15 Zeitpunkten, für die ein Satellitenbild verfügbar war, wurde im kurzwelligen Infrarotbereich eine thermische Anomalie im Krater detektiert“, berichten die Forscher. In einem 90 bis 215 Meter großen Bereich im Vulkankrater registrierten die Satelliten Oberflächentemperaturen von 284 bis 419 Grad. „Das ist vergleichbar mit anderen Lavaseen, so Gray und ihr Team.

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„Dies ist der erste Beweis für einen Lavasee im Mount Michael“, sagen die Wissenschaftler. „Und es ist der erste Beleg für magmatische Temperaturen. Denn ihren Berechnungen nach muss das Magma im Lavasee unterhalb der kühleren Oberfläche zwischen 989 und 1.279 Grad heiß sein. „Den Lavasee zu identifizieren, verrät uns mehr über die Vulkanaktivität dieser entlegenen Insel, aber auch über die Eigenschaften dieses seltenen Phänomens“, sagt Gray.

Einer von nur acht weltweit

Der neuentdeckte Lavasee im Mount Michael ist einer von nur acht bisher bekannten Lavaseen weltweit. Die anderen Lavaseen liegen im antarktischen Mount Erebus, im Kilauea auf Hawaii, im Nyiragongo im Kongo, im äthiopischen Erta Ale Vulkan, im Masaya-Vulkan in Nicaragua und in zwei Vulkanen auf der Südseeinsel Vanuatu. (Journal of Volcanology and Geothermal Research, 2019; doi: 10.1016/j.jvolgeores.2019.05.002)

Quelle: British Antarctic Survey (BAS)

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