Archäologen entdecken bisher versteckte Relikte römischer Wege in England Laser macht verschollene Römerstraßen sichtbar - scinexx | Das Wissensmagazin
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Archäologen entdecken bisher versteckte Relikte römischer Wege in England

Laser macht verschollene Römerstraßen sichtbar

Mit Hilfe von LIDAR-Daten wurden die Relikte dieses römischen Forts samt Zugangswegen aufgespürt. © Environment Agency

Per Laser aufgespürt: Archäologen haben in Nordengland etliche Kilometer bisher verschollener Römerstraßen entdeckt. Sichtbar wurden die Relikte römischen Straßenbaus durch eine Laservermessung mittels LIDAR. Die Römerrouten dienten unter anderem dazu, die Garnisonen und Soldaten entlang des Hadrianswalls zu versorgen.

Laserlicht hilft längst nicht mehr nur bei der Entfernungsmessung, auch die Archäologie nutzt die Lasertechnik des LIDAR (Light Detection and Ranging), um beispielsweise kleinste Erhebungen in der Landschaft aufzuspüren oder Ruinen durch dichte Wälder hindurch sichtbar zu machen. Laserstrahlen im Infrarot- oder UV-Bereich werden dabei wie eine Art Radar eingesetzt. Sie enthüllten bereits tausende verborgener Siedlungsruinen der Maya auf der Halbinsel Yucatan und zeigten, dass die Tempelstadt Angkor Wat in Kambodscha Teil einer gewaltigen Megacity war.

Jetzt haben britische Archäologen LIDAR-Daten genutzt, um bisher verborgene Römerstraßen im Norden Englands aufzuspüren. Zur Zeit der römischen Besetzung des Landes ab dem Jahr 43 bauten die Römer zahlreiche dieser Straßen, um ihre Garnisonen entlang des Hadrianswalls mit Gütern und Soldaten versorgen zu können.

Verräterische Böschungen

Typischerweise waren die Römerstraßen fünf bis sieben Meter breit, gepflastert und an ihre Seiten von Böschungen eingefasst. Die Mitte der Straße lag zudem meist rund 50 Zentimeter über dem Niveau des Randes, damit Wasser abfließen konnte. Trotz ihrer massiven Bauweise sind die meisten dieser Römerwege heute länger von Vegetation überwuchert und von Bodenschichten überdeckt.

Ein weiteres Fort entdeckten die Archäologen beim Ort Low Borrowbridge in Nordengland. © Environment Agency

„Manchmal gibt es an der Oberfläche vage Anzeichen für einen Römerweg, aber nicht genügend Belege, um sicher zu sein“, erklärt der Archäologe Hugh Toller. „Mit LIDAR können wir aber die Böschungen dieser Straßen sichtbar machen – und wenn man zwei oder drei Kilometer solcher schnurgeraderen Erhebungen findet, dann kann es nichts Anderes sein als eine Römerstraße.“

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Kürzere Verbindung als heutige Straßen

Indem die Forscher LIDAR-Daten der britischen Umweltbehörde gezielt nach solchen Indikatoren für Römerbauten durchforstet haben, konnten sie gleich mehrere bisher unbekannte Römerwege ausfindig machen. Zu diesen gehört eine 17 Kilometer lange Straße, die die bereits in der Antike wichtige Stadt Lancaster mit dem Ort Ribchester verbindet.

„Diese waren die beiden wichtigsten Römer-Standorte dieser Gegend, daher muss eine gute Kommunikation zwischen ihnen essenziell gewesen sein“, erklärt Tollers Kollege David Ratledge. Aus bisherigen Luftbildern ließ sich der Verlauf dieses Weges jedoch nicht entnehmen. „Mit LIDAR ist es offensichtlich, wenn man einmal weiß, wonach man suchen muss“, so der Forscher. Tatsächlich stellt die Römerroute eine sehr viel direktere und kürzere Verbindung zwischen den beiden Orten dar als heutige Straßen.

Route ins Keltengebiet

In der Grafschaft Cumbria im Nordwesten Englands entdeckten die Archäologen eine Römerstraße, die zu einem römischen Kavallerielager in Krikby Thore führte. Das mittels LIDAR aufgespürte Wegstück schließt eine Lücke im bereits bekannten Römerweg „Maiden Way“, der von diesem Fort aus zum Hadrians Wall führte.

Entlang dieser Straße könnte der römische Kaiser Vespasian im Jahr 69 nach Christus seine Truppen nach Norden gesandt haben, um die Rebellion der im Norden Englands heimischen keltischen Briganten unter Venetius niederzuschlagen. Toller und seine Kollegen haben dank LIDAR auch weiter im Norden bis hin nach Carlisle noch mehrere bisher verborgene römische Straßen udn Römerforts entdeckt.

(Environment Agency and Department for Environment, Food & Rural Affairs, 09.02.2016 – NPO)

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