Rheinabschnitte im deutsch-niederländischen Grenzbereich weniger bedroht Künftige Jahrhundertfluten: Köln „funkt“ S.O.S. - scinexx | Das Wissensmagazin
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Rheinabschnitte im deutsch-niederländischen Grenzbereich weniger bedroht

Künftige Jahrhundertfluten: Köln „funkt“ S.O.S.

Extreme zukünftige Hochwasserkatastrophen, wie zuletzt an der Elbe im August 2002, werden am Rhein vor allem den Abschnitt zwischen Königswinter und Krefeld treffen. Bei Hochwasserwellen von mehr als 13.000 Kubikmeter pro Sekunde wäre dabei in erster Linie der Großraum Köln/Bonn von Überflutungen bedroht. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse einer Studie, die die Niederlande und Nordrhein-Westfalen jetzt gemeinsam vorgestellt haben.

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Bei noch höherem Hochwasserscheitel – so die Studie weiter – gäbe es auch bis zur Einmündung der Ruhr in den Rhein erhebliche Auswirkungen. Dagegen wäre die Betroffenheit der stromabwärts liegenden deutsch-niederländischen Stromabschnitte deutlich geringer, wenn durch die Überflutungen im Süden der Hochwasserscheitel deutlich gesenkt würde.

Umweltministerin Bärbel Höhn: „Die Studie ist schon vor dem Elbe-Hochwasser in Auftrag gegeben worden, da wir seit einiger Zeit wissen, dass wir uns auch am Rhein auf extreme Hochwasser einstellen und vorbereiten müssen. Statistisch werden sie selten vorkommen, aber ich erinnere daran, dass wir Mitte der 90erJahre innerhalb von zwölf Monaten zwei so genannte Jahrhunderthochwasser hatten, die allein in Nordrhein-Westfalen einen Schaden von rund 200 Millionen Euro verursacht haben. Wir wollen in einem solchen extremen Hochwasser-Fall wissen, was für Schäden zu erwarten sind und rechtzeitig vorher überlegen, wie wir mit möglichst geringem finanziellen Einsatz den Schaden möglichst minimieren können.“

Höhn weiter: „Dabei geht es nicht darum, immer höhere Deiche zu bauen. Denn es gibt immer noch ein extremeres Hochwasser, das diese Deiche überfluten könnte, sondern es geht insbesondere um Risikominimierung im Schadensfall. Die Hochwasserfibel für gefährdete Anwohner gehört ebenso dazu wie intelligente Katastrophenschutzpläne bezüglich der besonders gefährdeten aber auch gefährlichen Chemieanlagen und Raffinerien im Leverkusener-Kölner Raum. Für diese Lösungen brauchen wir Zeit, die wir jetzt haben. Die wir aber nicht mehr haben, wenn das Hochwasser akut vor der Tür steht.“

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Die Studie „Grenzüberschreitende Auswirkungen von extremem Hochwasser am Niederrhein“ wurde am 29. September 2004 im nordrhein-westfälischen Rees erstmals vor rund 250 Experten aus beiden Ländern der Öffentlichkeit vorgestellt. Dabei geht es um extrem seltene Hochwasserereignisse, die allerdings – wie das Elbe-Hochwasser zeigt – nicht nur Theorie sind.

(Landesregierung NRW – Ministerium fü Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, 30.09.2004 – DLO)

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