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Klimawandel ist Treiber für Naturkatastrophen

UN-Bericht: Zahl der Katastrophen hat sich in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt

Überschwemmung
Überschwemmungen, wie hier nach Monsun-Starkregen im Jahr 2019, gehören zu den Naturkatastrophen, die deutlich häufiger geworden sind. © Naypong/ iStock

Besorgniserregende Bilanz: Die Zahl der Naturkatastrophen hat sich seit dem Jahr 2000 nahezu verdoppelt, wie ein UN-Bericht enthüllt. Haupttreiber dieses Trends waren Wetterextreme wie Stürme und Überschwemmungen, aber auch Dürren und Waldbrände haben messbar zugenommen. Das UN-Büro für Katastrophenvorsorge sieht daher den Klimawandel als Haupttreiber dieser Entwicklung.

Stürme, Starkregen, Überschwemmungen: Immer häufiger sorgen extreme Wettereignisse für Naturkatastrophen – und das nahezu weltweit. Schon im März 2019 warnte die Weltwetterorganisation WMO vor zunehmenden Wetterextremen und sich verstärkenden Klimafolgen. Studien belegen, dass starke Wirbelstürme, sintflutartige Regenfälle und auch Hitzeextreme heute deutlich häufiger auftreten als noch vor Jahrzehnten.

Zahl der Naturkatastrophen fast verdoppelt

Diesen Trend bestätigt nun ein aktueller Bericht des UN Office for Disaster Risk Reduction (UNDRR). Nach diesem hat sich die Zahl der schwerwiegenden Naturkatastrophen in den letzten 20 Jahren nahezu verdoppelt. Zwischen 1980 und 1999 gab es weltweit 4.212 größere Naturkatastrophen, im Zeitraum 2000 bis 2019 ist diese Zahl auf 7.348 angestiegen. Stürme, Überschwemmungen, Dürren und andere Naturkatastrophen haben in dieser Zeit 1,23 Millionen Todesopfer gefordert, rund 4,2 Milliarden Menschen waren teils mehrfach betroffen.

Am schwersten betroffen ist Asien, gefolgt vom amerikanischen und afrikanischen Kontinent. China und die USA registrierten demnach die meisten Naturkatastrophen, danach folgten Indien, die Philippinen und Indonesien. Die insgesamt verursachten Schäden belaufen sich auf knapp drei Billionen US-Dollar, so der Bericht. Tatsächlich dürften die Schäden jedoch noch höher liegen, da viele Länder vor allem in Asien und Afrika keine Informationen zu den wirtschaftlichen Auswirkungen veröffentlichen.

Stürme und Überschwemmungen dominieren

Der größte Teil der Naturkatastrophen in den vergangenen 20 Jahren ging laut UN-Bericht auf Stürme und Überschwemmungen zurück. Die Zahl der großen Hochwasser hat sich demnach seit Ende des 20. Jahrhunderts mehr als verdoppelt, von 1.389 auf 3.254. Bei den schweren Stürmen nahm die Häufigkeit von 1.457 auf 2.034 zu. Aber auch bei Dürren und Waldbränden gab es Anstiege.

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Die meisten Todesopfer bei einem einzigen Ereignis forderten jedoch der Tsunami im Jahr 2004 im Indischen Ozean, bei dem mehr als 225.000 Menschen starben, und das Erdbeben auf Haiti im Jahr 2010 mit 220.000 Todesopfern. An dritter Stelle folgt der Wirbelsturm Nargis, durch den 2008 allein in Myanmar mehr als 138.000 Menschen starben. Seit 2010 hat es keine solchen „Mega-Disaster“ mehr gegeben, so der UN-Bericht.

„Wir sind mit vollem Wissen destruktiv“

Insgesamt sehen die UN-Wissenschaftler die zunehmenden Wetterextreme als Hauptursache für die Zunahme der Naturkatastrophen. „Katastrophen- und Zivilschutzbehörden, Feuerwehren, das Rote Kreuz und andere Organisationen kämpfen einen aussichtslosen Kampf gegen die steigende Flut extremer Wetterereignisse“, sagt Mami Mizutori, Leiterin des UNDRR. „Zwar können heute mehr Leben gerettet werden, aber gleichzeitig sind immer mehr Menschen von dem sich ausweitenden Klimanotstand betroffen.“

Die Regierungen aber würden nicht genug tun, um Klimarisiken zu verhindern, kritisierte Mizutori. Sie forderte bessere Strategien, um sich auf die Gefahren vorzubereiten. Es sei wichtig, auf wissenschaftliche Erkenntnisse und Frühwarnungen zu hören und entsprechend in Prävention, Anpassung an den Klimawandel und Katastrophenvorsorge zu investieren. „Wir sind mit vollem Wissen destruktiv. Das ist die einzige mögliche Schlussfolgerung, wenn man die Katastrophen der letzten 20 Jahre Revue passieren lässt“, so Mizutori. (UNDRR-Report: The human cost of disasters: an overview of the last 20 years (2000-2019))

Quelle: UN Office for Disaster Risk Reduction (UNDRR), Agence France-Presse

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