Westwetterlage verhindert Einströmen kalter Luft aus dem Norden Keine weißen Weihnachten in Sicht - scinexx | Das Wissensmagazin
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Westwetterlage verhindert Einströmen kalter Luft aus dem Norden

Keine weißen Weihnachten in Sicht

Eher grau und mild als schneereich und weiß: Dieses Jahr wird es wohl grüne Weihnachten geben. © Julia Freeman-Woolpert / freeimages

Grün statt weiß: Schnee wird es an Weihnachten in diesem Jahr wohl nicht geben. Denn nach den jetzigen Prognosen der Meteorologen bleibt es auch in den nächsten beiden Wochen eher mild und wechselhaft. Es ist demnach eher unwahrscheinlich, dass sich die momentane Wetterlage mit von Westen kommenden Tiefs bis Weihnachten noch ändert. Selbst in den Mittelgebirgen sei daher an den Feiertagen nicht mit Schnee zu rechnen, so die Wetterexperten.

Weihnachten mit idyllisch fallendem Schnee – diese Wunschvorstellung wird bei uns in Deutschland leider nur selten wahr. Denn damit es an Weihnachten bei uns kalt ist und schneit, muss eine bestimmte Wetterlage über Europa zur richtigen Zeit entstehen. Günstig ist es, wenn Kaltluftmassen aus Russland oder dem hohen Norden nach Deutschland einströmen können. Sie halten dann die mildere, feuchte Luft fern, die normalerweise von Westen her über Europa zieht.

Reihenweise Tiefs statt des Winterhochs

Doch dieser Kälteeinbruch ist momentan leider nicht in Sicht: Zurzeit herrscht eine wechselhafte Westwetterlage vor, die einen Kälte-Einbruch verhindert und nur Regen und Wind bringt, wie Meteorologin Petra Gebauer von der Freien Universität Berlin erklärt. Und leider werde sich dies nicht gravierend ändern, denn „ein Tief gibt dem anderen zurzeit die Klinke in die Hand.“ Als Nächstes wird zum Wochenanfang das Tief „Werner“ mit Wind erwartet.

Theoretisch ist zwar ein kurzfristiger Wetterumschwung noch möglich – wahrscheinlich ist er nach Angaben der Meteorologen jedoch nicht. Denn ein solcher Fall trat zuletzt im Jahr 1956 ein, als an Heiligabend doch noch ein Hoch über Skandinavien bis zu uns vordrang und es dann bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag anhaltend schneite. Für dieses Jahr halten die Experten einen solchen Umschwung jedoch aus heutiger Sicht für eher unwahrscheinlich.

Zuletzt lag im Jahr 2010 zu Weihnachten eine geschlossene Schneedecke über weiten Teilen Deutschlands. Zumindest statistisch gesehen wäre daher 2015 eigentlich wieder eine Schneedecke zu erwarten. Doch die Tiefs aus dem Westen machen uns offensichtlich einen Strich durch die Rechnung. Es sieht ganz so aus, als wenn die Wettersingularität des sogenannten Weihnachtstauwetters auch in diesem Jahr die Oberhand behält.

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Insgesamt könnte der Winter mild werden

Überhaupt spricht im Moment einiges für einen eher milden Winter, wie die Meteorologin erklärt. Denn ein milder Winter sei immer dann wahrscheinlich, wenn im ersten Drittel und in der ersten Hälfte des Monats Dezember die Temperaturen um 2,5 Grad über dem durchschnittlichen Normalwert für diesen Zeitraum liegen und das Wetter durch Tiefs aus Westen bestimmt wird.

Diese Vorgaben hat der Dezember 2015 erfüllt, da die Mittelwerte bereits jetzt zum Teil um 5 Grad über dem Normalwert liegen, so Gebauer. Zudem werden bis mindestens zur Mitte des Monats keine Frosttemperaturen erwartet.

(FU Berlin, 14.12.2015 – NPO)

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