Bestände im Nordostatlantik leiden zunehmend unter den Folgen des Klimawandels Kabeljau im Hitzestress - scinexx | Das Wissensmagazin
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Bestände im Nordostatlantik leiden zunehmend unter den Folgen des Klimawandels

Kabeljau im Hitzestress

Wärmere Meere verschärfen die Situation des ohnehin überfischten Kabeljaus, stellt eine neue Studie der Umweltorganisation WWF fest. So mache es die Kombination aus Klimawandel und kommerzieller Ausbeutung immer wahrscheinlicher, dass die Kabeljaubestände zusammenbrechen könnten. Die Erwärmung des Nordostatlantiks führt nach Angaben des Reports dazu, dass der Kabeljau immer langsamer wächst und immer weniger neue Fische die geschwächten Bestände auffrischen.

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Der Klimawandel trifft den Nordostatlantik und hier insbesondere die Nordsee besonders stark. Experten messen in der Nordsee seit 1993 einen jährlichen Temperaturanstieg von 0,13 Grad Celsius, die Gesamttemperatur ist mittlerweile um 1,7 Grad angestiegen. Für den gesamten Nordostatlantik kommen Klimamodelle im Laufe des 21. Jahrhunderts auf eine Erwärmung um 0,5 bis 1 Grad Celsius.

Als Folge sei, so die WWF-Studie, schon in den 1990er Jahren ein deutlich geringeres Anwachsen der Kabeljaubestände zu beobachten gewesen. Wärmere Meere beeinträchtigen das Nahrungsangebot für Fischlarven. So wachsen sie langsamer, ihre Überlebenschancen sinken. „Überfischung und Klimawandel sind ein Teufelskreislauf.

Je dezimierter die Bestände, desto stärker leidet der Kabeljau unter höheren Temperaturen und unverantwortlichen Fangquoten. Nur gesunde Fischbestände können angemessen auf Veränderungen reagieren“, so WWF-Sprecherin Heike Vesper. Allein in der Nordsee werden jährlich 28.000 Tonnen Kabeljau gefangen.

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Die Folgen der Meereserwärmung müssen in der Fischereipolitik berücksichtigt werden, so der WWF. „Dieser doppelte Druck macht es derzeit unmöglich, dass sich der Kabeljau erholt. Der WWF fordert einen rigorosen Fangstopp für die am stärksten gefährdeten Bestände“, sagte Vesper. Die Umweltorganisation setzt sich zudem für eine drastische Reduktion des CO2-Ausstoßes ein, um die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen.

(WWF, 08.05.2007 – AHE)

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