Der innere, feste Kern der Erde wächst pro Jahr um rund einen Millimeter, weil flüssiges Eisen an seiner Oberfläche auskristallisiert. Aber auch der umgekehrte Prozess findet statt, wie jetzt ein internationales Forscherteam in „Nature“ belegt: An einigen Stellen ist die Kernoberfläche heißer und schmilzt. Wo diese Stellen liegen, hängt interessanterweise mit einem scheinbar weit entfernten Prozess zusammen: der Plattentektonik.
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Der innere Kern der Erde ist eine Kugel aus festem Eisen, etwa so groß wie der Mond. Diese Kugel ist umgeben von einem hoch dynamischen äußeren Kern aus einer flüssigen Eisen-Nickel-Legierung, dem zähflüssigen Mantel und der festen Kruste, auf der wir leben. Doch das war nicht immer so: In der Frühzeit der Erde war der innere Kern noch flüssig, erst im Laufe von Milliarden Jahren hat sich das Planeteninnere abgekühlt und der Kern erstarrte. Seither wächst der Innere Kern im rund einen Millimeter pro Jahr, weil Eisen noch immer an seiner Oberfläche auskristallisiert – sozusagen „ausfriert“.
Innerer Kern wächst, aber schmilzt gleichzeitig
Doch seit kurzem gibt es Hinweise darauf, dass der Innere Kern nicht nur durch die Kristallisation wächst, sondern dass er gleichzeitig an anderer Stelle auch wieder schmilzt. Das aber widerspricht eigentlich gängigen Vorstellungen zur Geophysik: Denn wie kann der Kern schmelzen, wenn doch insgesamt das tiefe Erdinnere immer weiter abkühlt? „Wir können nicht einfach hingehen und Proben aus dem Zentrum der Erde nehmen, deshalb müssen wir uns auf oberflächliche Messungen und Computermodelle verlassen, um zu erfahren, was im Kern passiert“, erklärt Jon Mound von der Universität Leeds.











