foodwatch: Mangelnde Kennzeichnung sorgt für Gesundheitsgefahren Immer mehr Acrylamid in Spekulatius - scinexx | Das Wissensmagazin
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foodwatch: Mangelnde Kennzeichnung sorgt für Gesundheitsgefahren

Immer mehr Acrylamid in Spekulatius

Die Hälfte aller von foodwatch untersuchten Spekulatius und Lebkuchen ist stärker mit Acrylamid belastet als letztes Jahr. Die Verbraucherorganisation schlägt ein Kennzeichnungssystem für die krebsverdächtigen Substanz auf der Verpackung vor. Weil Industrie und Regierung das ablehnen, werde die Gesundheit der Verbraucher unnötig in Gefahr gebracht, so foodwatch.

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Bei Spekulatius weisen sogar zwei Drittel der getesteten Sorten höhere Werte auf. Der Acrylamid-Spitzenwert wurde in Gewürzspekulatius des Discounters Lidl gemessen. Mit knapp 630 Mikrogramm pro Kilo liegt er fast 50 Prozent über dem Höchstwert vom vergangenen Jahr. Der „Testsieger“ Lambertz-Butterspekulatius enthält mit knapp 50 Mikrogramm Acrylamid rund zwölfmal weniger – liegt aber immer noch 3,5 Mal höher als im Vorjahr.

„Die Spekulatius-Ergebnisse zeigen, dass wir dringend eine Kennzeichnung für Gefahrstoffe brauchen. Es muss so lange gekennzeichnet werden, bis die technisch niedrigstmöglichen Werte erreicht sind. Wenn nicht genau auf dem Produkt steht, wie viel Acrylamid enthalten ist, strengt sich die Industrie nicht genug an“, sagt Barbara Hohl von foodwatch.

Das würden auch die Messergebnisse bei Lebkuchen zeigen. Die Firma Wicklein/Lebkuchen Schmidt, die unter anderem Lidl beliefert, stellte ihr Produktionsverfahren um, nachdem im Jahre 2002 Acrylamid in Backwaren gefunden worden war. Seitdem schneidet die Nürnberger Firma bei den foodwatch-Untersuchungen am besten ab. „Die gute Herstellungspraxis von Lebkuchen liegt unter 30 Mikrogramm Acrylamid pro Kilo. Das staatliche Minimierungskonzept aber schützt Acrylamid-Hersteller, weil es sich an den schlechten Werten orientiert statt an den besten. Und das auf Kosten der Verbraucher“, so Barbara Hohl.

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Von vorsorgendem Verbraucherschutz könne nicht die Rede sein, sondern von vorsätzlicher Gesundheitsgefährdung, kritisiert foodwatch. Der Signalwert der Regierung liegt bei 1000 Mikrogramm Acrylamid pro Kilo für Lebkuchen und bei 570 für Spekulatius. Wird er überschritten drohen keine rechtlichen Schritte oder finanziellen Bußen.

(foodwatch, 30.11.2004 – DLO)

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