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Hochwasser: Deichbrüche und Rekordpegel

Die Wassermassen erreichen den Norden Deutschlands

Hochwasser © Harald Frater

Die Hochwasserlage spitzt sich weiter zu. Am Montag früh ist in Fischbeck in Sachsen-Anhalt ein Elb-Deich gebrochen. Wegen der Wassermassen musste eine Eisenbahnbrücke gesperrt werden. Als Folge ist die ICE-Trasse zwischen Berlin und Hannover und Berlin und Kassel unterbrochen, Züge werden umgeleitet. In Magdeburg wurden mehr als 20.000 Menschen evakuiert, hier erreichte die Elbe am Sonntag historische Höchststände.

Am Montag früh erreichte die Scheitelwelle des Hochwassers den Landkreis Stendal in Sachen-Anhalt. Dort drückten die Wassermassen so stark gegen den Deich nahe der Ortschaft Fischbeck, dass der Deich auf einer Länge von zehn Metern zunächst riss, dann durch die einschießenden Fluten schnell auf 50 Meter aufgeweitet wurde. Der Ort Fischbeck soll komplett überschwemmt sein, die rund 500 Einwohner wurden evakuiert.

Weil die Eisenbahnbrücke bei Hämerten gesperrt wurde, fahren zurzeit keine Regionalzüge zwischen Stendal und Rathenow. Der ICE-Verkehr wird großräumig umgeleitet. Ebenfalls im Landkreis Stendal bei Hohengöhren ist ein Deich auf 30 Metern Länge abgerutscht, ein Deichbruch droht auch hier.

Magdeburg: Pegel fallen, Umspannwerk noch immer gefährdet

Bereits am gestrigen Sonntag war am Zusammenfluss von Saale und Elbe ein Deich gebrochen, ein mehrere Quadratkilometer großes Gebiet wurde überschwemmt. In Magdeburg wurde am Sonntag ein Pegel von 7,46 Metern erreicht – ein historischer Rerkordwert. Schon zuvor waren rund 23.000 Menschen aus den gefährdeten Stadtteilen evakuiert worden.

Inzwischen ist der Pegel leicht gefallen, dennoch ist im überschwemmten Stadtteil Rothensee noch immer ein Umspannwerk akut bedroht. Die Anlage ist für die Stromversorgung entscheidend. Fällt sie aus, stehen auch die Pumpen, die das Abwasser der Stadt in eine Kläranlage befördern. Der Pegel der Elbe fällt zwar, aber nur sehr langsam, Hochwasserexperten rechnen mit rund 15 Zentimeter innerhalb von 24 Stunden. Für eine Entwarnung sei es daher noch zu früh, heißt es.

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Polder geflutet, Wittenberge und Hitzacker warten auf die Scheitelwelle

In Brandenburg sollen Polder entlang der Havel geflutet werden, um einen Teil des Hochwassers, das von der Elbe einströmt, aufzunehmen. Die von Deichen umgebenen Rückhalteflächen können 140 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen. In der Stadt Wittenberge sollen die Pegel am heutigen Montag auf acht Meter stiegen, bis Dienstag sogar auf 8,20 Meter. Bereits jetzt hat er einen Wert von 7,85 erreicht – soviel wie zuletzt im Jahr 1880.

In Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern laufen die Vorbereitungsmaßnahmen für die herannahende Hochwasserwelle ebenfalls auf Hochtouren. Die Altstadtinsel des Orts Hitzacker wurde bereits evakuiert. Hier erreichte der Pegel am Montag früh die Acht-Meter-Marke, die Hochwasserexperten erwarten einen Anstieg bis Dienstagabend auf 8,20 Meter.

Kritisch ist die Lage in einem Industriegebiet in Lauenburg, Schleswig-Holstein. Dieses liegt in einer Senke, so dass aufwendige Deicherhöhungen und -befestigungen durchgeführt werden müssen. Die niedrig gelegenen Stadtteile des Ortes wurden bereits evakuiert. In Mecklenburg-Vorpommern setzen die Hilfskräfte vorbereitenden Maßnahmen zum Hochwasserschutz entlang der Elbe weiter fort.

(, 10.06.2013 – NPO)

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