Krakatau und der „Ring of Fire“ GEOTECHNOLOGIEN im Focus - scinexx | Das Wissensmagazin
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Krakatau und der „Ring of Fire“

GEOTECHNOLOGIEN im Focus

© USGS

Hochrisikovulkane wie der Krakatau in Indonesien sind eine ständige Gefahr für die in ihrer Nähe lebenden Menschen und werden daher inzwischen permanent überwacht. Der verheerende Ausbruch des Krakatau von 1883 gilt als eine der stärksten Eruptionen, die jemals weltweit registriert wurden. Seitdem ist der Vulkan fast unablässig aktiv und seine damals „geborene“ Nachbarinsel Anak Krakatau ist durch den permanenten Lavafluss bereits über 300 Meter aus dem Meer gewachsen. Um diese ständige Bedrohung der dicht besiedelten Region Javas und Sumatras besser einschätzen zu können, forschen Wissenschaftler im Rahmen des BMBF-Projekts „Hochrisikovulkanismus am aktiven Kontinentrand des Sundabogens“ (SUNDAARC) und werden vom Programm GEOTECHNOLOGIEN gefördert.

Vermessener Krakatau

Im Teilprojekt KRAKMON steht speziell die Überwachung des Hochrisikovulkans Krakatau im Mittelpunkt. In Zusammenarbeit mit dem indonesischen Geologischen Dienst soll die vulkanische Aktivität mit Hilfe einer so genannten Multiparameter-Station überwacht werden. So sollen neben den klassischen seismischen Signalen vor allem die chemische Zusammensetzung der austretenden Fumarolengase und deren thermodynamischen Eigenschaften erforscht werden. Gleichzeitig werden die oberflächennahen Deformationen der Vulkanflanken und die elektromagnetischen Felder im Inneren des Vulkans registriert. Durch die Kombination dieser geophysikalischen und auch geochemischen Parameter erhoffen sich die Wissenschaftler eine verbesserte Vorhersagbarkeit potenzieller Ausbrüche des Krakatau.

Zirkumpazifischer Feuerring

Ein weiteres Teilprojekt von SUNDAARC widmet sich dem zirkumpazifischen „Ring of Fire“. Diese Zone erhöhter vulkanischer Aktivität erstreckt sich entlang den Rändern der großen pazifischen Ozeanplatte. Fast zwei Drittel aller weltweit aktiven Vulkane sind hier angesiedelt. Verantwortlich für diese Konzentration sind Subduktionsvorgänge, also das Untertauchen einer Erdplatte unter eine andere. In diesen so genannten Schwächezonen der Lithosphäre kann vermehrt Magma nach oben steigen und an der Oberfläche den Vulkanismus auslösen.

Anhand solcher von Gravitationslinsen verzerrten und vervielfältigten Quasare haben Astronomen die Expansion des Universums berechnet. © ESA/Hubble, NASA, Suyu et al.

Im Teilprojekt DEVACOM der GEOTECHNOLOGIEN werden vergleichende Untersuchung an sechs dieser besonders aktiven Vulkanen vorgenommen. „Das erste Ziel unseres Projektes ist der mexikanische Vulkan Colima, dessen jüngster Eruptionszyklus seit 1996 andauert“, so Professor Donald Bruce Dingwell vom Department Geo- und Umweltwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. „Weitere Arbeiten stehen in diesem Jahr am St. Augustin im zu Alaska gehörenden Aleutenbogen und dem Bezymiany im russischen Kamchatka an.“ Hinzu kommen El Misti in Peru, Kelut in Indonesien und – falls es die politische Lage erlaubt – Galeras in Kolumbien.

Im wesentlichen werden die jüngeren Eruptionsprodukte dieser Vulkane im Gelände untersucht. Das zusätzlich gesammelte Probenmaterial wird anschließend im Labor experimentell bestimmt und soll über physiko-chemische Parameter Aufschluss über die Vorgänge im Inneren der Vulkane liefern. Durch die Kombination aller Forschungsergebnisse hoffen die Wissenschaftler, die wesentlichen Steuerfaktoren des Ausbruchsverhaltens dieser Hochrisikovulkane bestimmen zu können.

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(GEOTECHNOLOGIEN, BMBF-Forschungsvorhaben „Hochrisikovulkanismus am aktiven Kontinentrand des Sundabogens“ (SUNDAARC), 19.07.2004 – AHE)

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