Wie kommt der Wetterbericht ins Fernsehen? Geotechnologien im Alltag - scinexx | Das Wissensmagazin
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Wie kommt der Wetterbericht ins Fernsehen?

Geotechnologien im Alltag

Fernsehwetterbericht © MMCD

„…Und nun zum Wetter: Morgen ist es in ganz Deutschland sonnig, die Temperaturen liegen zwischen…“ Der abendliche Fernsehwetterbericht oder spätestens das kurze Radiowetter am Morgen gehören für die meisten von uns längst zum Alltag.

Schließlich will kaum jemand riskieren, entweder patschnass zu werden oder sich womöglich in viel zu warmer Kleidung tot zu schwitzen. Doch wie kommt diese tägliche Prognose zu stande? Und warum trifft sie nicht immer zu?

Damit wir erfahren, ob wir Sonnenbrille oder Regenschirm brauchen, ist eine ganze Menge an Vorarbeit nötig. Ein Großteil davon ist allerdings heute längst automatisiert. Mehr als 10.000 Wetterstationen weltweit sammeln unter genormten Bedingungen zur jeweils gleichen Tageszeit Daten über Temperatur, Luftdruck, Windgeschwindigkeit, Wolkenbedeckung und vieles mehr und schicken diese Daten an die Wetterzentralen. Dort sind dann die Großrechner die Meister der Vorhersage – so scheint es jedenfalls: Der Supercomputer wird mit Wetterdaten gefüttert, rechnet eine Weile und – ping – spuckt er die Wetterkarten für morgen, übermorgen und sogar noch in zehn Tagen aus. Oder doch nicht?

Kann man Intelligenz trainieren? © SXC

Damit der Rechner aus aktuellen Wetterdaten überhaupt auf die zukünftige Entwicklung des Wetters schließen kann, muss er eine ganze Reihe von grundsätzlichen Vorgängen und Gesetzmäßigkeiten in der Atmosphäre kennen. Er muss beispielsweise „wissen“, wie die typischen Luftbewegungen an bestimmten Stellen aussehen, welchen Einfluss die Erdrotation auf die Windrichtung und -geschwindigkeit hat und wie sich Luftmassen in der Atmosphäre umschichten.

Ohne Klimaforschung kein Wetterbericht…

Diese Informationen kann auch der beste Supercomputer nicht selbst „machen“, er braucht menschlichen „Input“ Und den geben ihm die Klimaforscher. Sie sind auf den „luftigen Aspekt“ des „Systems Erde“ spezialisiert. Ihrer Kenntnis der Klimageschichte unseres Planeten und den schier endlosen Datenreihen, die sie gesammelt haben, verdanken wir unsere Kenntnisse der Funktionsweise der „Wettermaschine Erde“.

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Doch noch kennen wir längst nicht alle Wechselwirkungen diese komplexen Systems. Weitere Forschung ist daher notwendig – und auch bereits in Arbeit: Im Rahmen des Programms GEOTECHNOLOGIEN und des Deutschen Klimaforschungsprogramms DEKLIM arbeiten Wissenschaftler verschiedener Disziplinen gemeinsam daran, weitere Puzzleteile des Klimasystems zu finden und einzuordnen. Ihre Ergebnisse kommen nicht nur der Klimaforschung und der Prognose des zukünftigen Weltklimas zugute, sondern auch dem täglichen Wetterbericht…

(g-o.de, 08.03.2004 – NPO)

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