Methanproduktion von Mikroorganismen in der tiefen Erdkruste erforscht Geopreis geht nach Deutschland - scinexx | Das Wissensmagazin
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Methanproduktion von Mikroorganismen in der tiefen Erdkruste erforscht

Geopreis geht nach Deutschland

Der diesjährige Geochemical Journal Award geht an zwei deutsche Wissenschaftler. Sie erhielten die Ehrung für ihre Arbeiten über die Methanproduktion von Mikroorganismen in der tiefen Erdkruste, die durch bei Erdbeben freigesetzten Wasserstoff ausgelöst wird.

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Die Wissenschaftler, unter anderem Karin Bräuer vom Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ) und Horst Kämpf vom GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) waren auf diesen Effekt bei einer Zeitreihenuntersuchung der Gas- und Isotopenzusammensetzung des Quellgases einer Mineralquelle im sächsischen Bad Brambach gestoßen. Zwischen August und Dezember 2000 gab es eine Periode stärkerer Schwarmbeben, infolge dessen der Methangehalt im Quellwasser anstieg. Isotopenanalysen am Methan deuteten auf mikrobiell gebildetes Methan hin. Die Wissenschaftler vermuten daher einen Zusammenhang zwischen seismischer Aktivität und der Methanproduktion durch Mikroorganismen, die als Energiequelle Wasserstoff nutzen, der durch die Beben aus den Rissen des Granitgesteins freigesetzt wird.

Schwarmbeben im Dreiländereck

Die Region im Dreiländereck Sachsen-Bayern-Böhmen gilt als eines der seismisch aktivsten Gebiete in Deutschland. Im Zeitraum einiger Tage bis mehrerer Wochen kann es dann im vogtländisch-böhmischen Grenzgebiet zu Tausenden von schwachen Erdstößen kommen. Die Spannungen entladen sich nicht in einem großen Einzelbeben, sondern in vielen kleinen Minibeben. Die Wissenschaftler nennen dieses Phänomen Schwarmbeben. Erdbeben entstehen in der Regel an Grenzen zwischen zwei tektonischen Platten. Von diesen tektonisch aktiven Plattengrenzen ist das Vogtland aber weit entfernt. Bereits im letzten Jahr hatten die Wissenschaftler um die Isotopenchemikerin Karin Bräuer vom UFZ einen Hinweis für das Entstehen dieser Schwarmbeben geliefert. Ihrer Hypothese zufolge sind ständig aufsteigende, CO2-dominierte Gase aus einem Magmenreservoir, das in etwa 25 bis 35 Kilometer Tiefe unter dem Egerbecken vermutet wird, die Ursachen für diese Erscheinung.

Bräuer und Kämpf nahmen den Geopreis am 1. September 2006 auf der Goldschmidt-Konferenz im australischen Melbourne stellvertretend für eine deutsche Forschergruppe entgegen. An dieser sind neben den Helmholtz-Zentren UFZ Leipzig-Halle und GFZ Potsdam auch Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hannover, der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und des Institutes für Nichtklassische Chemie (INC) Leipzig beteiligt. Die genanten Untersuchungen wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

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(idw – Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH, 08.09.2006 – AHE)

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