Deutscher Wetterdienst stellt neues Niederschlagsmessverfahren vor Frühwarnsystem für Überschwemmungen - scinexx | Das Wissensmagazin
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Deutscher Wetterdienst stellt neues Niederschlagsmessverfahren vor

Frühwarnsystem für Überschwemmungen

Radar am Feldberg © DWD

Der Deutsche Wetterdienst hat eine neue Methode vorgestellt, mit der die Regenintensität viel genauer bestimmt werden kann. Das Verfahren RADOLAN (Radar Online-Aneichung) ermöglicht bessere Warnungen vor Sturzfluten und Überschwemmungen.

„Nur wer genau weiß, wie stark es zurzeit in einem bestimmten Gebiet regnet, kann Sturzfluten und Überschwemmungen präzise vorhersagen. Der Deutsche Wetterdienst hat deshalb ein neues Messverfahren eingeführt. Es kombiniert die exakten Messungen von Wetterstationen an einem bestimmten Ort mit den flächendeckenden Niederschlagsbeobachtungen des Wetterradars. Wir können damit für größere Gebiete die Intensität des Regens wesentlich genauer als bisher bestimmen. Das kommt der Qualität der Warnungen zugute. Davon profitieren wir alle.“ Das erklärte Gerhard Steinhorst vom Deutschen Wetterdienstes (DWD), auf der Flussgebietskonferenz 2005 der Bundesregierung am 23. und 24. Juni 2005 in Berlin. Das Verfahren RADOLAN ist seit Juni 2005 im Einsatz.

Wetterradar und Niederschlagsmesser ergänzen sich

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Zwischen 1987 und 2000 richtete der DWD ein deutschlandweites Radarverbundnetz von heute 16 Wetterradargeräten ein. Damit wird der Niederschlag flächendeckend abgeschätzt. Ein Nachteil der Bestimmung des Niederschlags nur durch Radar ist, dass dabei der bodennahe Niederschlag nicht direkt gemessen wird, sondern nur die von Tropfen oder Schnee in höheren Schichten der Atmosphäre reflektierten Signale.

Das neue Verfahren RADOLAN kombiniert die Vorteile zweier Messtechniken: Die Niederschlagsmesser der Wetterstationen erfassen den am Standort der Station – also bodennah – gefallenen Niederschlag. Das Wetterradar liefert – angeeicht an direkte Messungen der Wetterstationen – das Bild der flächenhaften Verteilung des Niederschlags. Die Kombination beider Messungen ergibt einen viel genaueren Eindruck des aktuellen Niederschlags in einer bestimmten Region.

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Eine wesentliche Voraussetzung für RADOLAN war, dass der DWD seine bodengestützten Messnetze weiter automatisieren und verdichten konnte und dadurch noch präzisere Niederschlagsmessungen erhält. Außerdem gelang es, zur Verbreiterung der Datenbasis die Niederschlagsmessnetze einiger Bundesländer einzubinden. Schließlich ist, um eine genaue, flächendeckende Bodenniederschlagsverteilung zu erhalten, die Aneichung der Radardatenfelder an die Messergebnisse der bodengestützten Stationen unumgänglich. Diese Aneichung erfolgt durch RADOLAN.

Stündliche Niederschlagshöhen ermittelt

Das Verfahren liefert stündliche Niederschlagshöhen in einem sehr feinen Raster von einem Quadratkilometer. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Im Vordergrund steht im Interesse des Katastrophenschutzes die schnelle und genaue Erfassung von Niederschlägen im Einzugsgebiet von Flüssen.

RADOLAN wird aber auch bei der Vorhersage von Gefahren durch Schmelzwasser genutzt. Die Bundesbehörde DWD stellt alle Messungen und Vorhersagen direkt den Hochwasservorhersagezentralen der Länder zur Verfügung. Der nationale Wetterdienst erfüllt damit seine Aufgaben im Rahmen der Hochwasservorhersage durch die Wasserwirtschaft, wie im Bundesgesetz zur Verbesserung des vorbeugenden Hochwasserschutzes vom 3. Mai 2005 vorgesehen.

(DWD, 27.06.2005 – DLO)

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