WWF: Biologische Fundgrube ist durch Klimawandel bedroht Fliegender Frosch im Himalaya entdeckt - scinexx | Das Wissensmagazin
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WWF: Biologische Fundgrube ist durch Klimawandel bedroht

Fliegender Frosch im Himalaya entdeckt

Fliegender Frosch Rhacophorus suffry © Totul Bortamuli / WWF Nepal

Mehr als 350 neue Arten – darunter der kleinste Hirsch der Welt und ein „fliegender“ Frosch – sind laut eines neuen WWF Reports im Gebiet des östlichen Himalayas entdeckt worden. Die Region ist eine biologische Fundgrube, die aber durch den Klimawandel bedroht ist, so die Natur- und Umweltorganisation.

Unter den neu entdeckten Spezies sind 242 Pflanzen, 16 Amphibien, 16 Reptilien, 14 Fische, zwei Vögel, zwei Säugetiere und mindestens 60 neue Wirbellose. „Die enorme biologische Vielfalt unterstreicht die zerbrechliche Natur einer Umgebung, die Gefahr läuft, unwiederbringlich verloren zu gehen, wenn nicht die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels aufgehalten werden“, sagt Birgit Braun, WWF Artenschutzexpertin. Nur ein ambitioniertes globales Klimaabkommen könne den Planeten und seine Natur-Schätze wie den Himalaya vor dem Klimawandel retten.

Fliegende Frösche und ein Geckofossil

Die zehn Jahre dauernde Studie, die von Wissenschaftlern in abgelegenen und durch die steigenden Temperaturen akut bedrohten Bergregionen durchgeführt wurde, erbrachte einige sensationelle Ergebnisse. So entdeckten die Forscher einen hellgrünen, fliegenden Frosch, der seine langen, mit Schwimmhäuten versehenen Füße zum Gleiten in der Luft benutzt.

Eine der bedeutendsten Entdeckungen jedoch ist nach Angaben des WWF dagegen nicht „neu“ im klassischen Wortsinne. Ein 100 Millionen Jahre altes Geckofossil wurde in einer Bernsteinmine im Hukawng Tal im nördlichen Myanmar aufgespürt. Der Fund gehört zur ältesten der Wissenschaft bekannten fossilen Geckoart.

Östlicher Himalaya © SELAM Murat / WWF Nepal

Wo Welten kollidieren

Zu den Highlights zählt aber auch die kleinste und älteste Hirschspezies der Welt, die als „Blatt-Hirsch“ bezeichnet wird. Anfangs glaubten die Forscher es handele sich um ein Jungtier einer anderen Spezies. Doch DNA Tests bestätigten, dass es sich bei dem hellbraunen Tier mit großen Augen um eine eigenständige und neue Art handelt.

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Der WWF Report „Der östliche Himalaya – Wo Welten kollidieren“ beschreibt detailliert mehr als 350 neue Arten. Wissenschaftler verschiedener Organisationen haben sie zwischen 1998 und 2008 in einer Region entdeckt, die Bhutan, den Nord-Osten Indiens, den Norden Myanmars ebenso wie Nepal und südliche Bereiche Tibets umfasst.

Biologisch weitgehend unerforscht

Im östlichen Himalaya sind erstaunliche 10.000 Pflanzenarten, 300 Säugetierarten, 977 Vogelspezien, 176 Reptilien- und 105 Amphibienarten sowie 269 verschiedene Süßwasserfische zuhause. Die Region weist zudem die höchste Dichte an Bengalischen Tigern auf und ist die letzte Bastion des charismatischen Panzernashorns.

In der Vergangenheit hat die felsige und in weiten Teilen unzugängliche Landschaft des Östlichen Himalayas biologische Forschungen massiv erschwert, mit dem Ergebnis, dass seine Tier- und Pflanzenwelt wenig erfasst und weite Gegenden bis heute biologisch unerforscht sind.

(WWF, 11.08.2009 – DLO)

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