Gefährdung durch Atomwaffen und Klimawandel als Grund „Endzeit-Uhr“ jetzt auf fünf vor Zwölf - scinexx | Das Wissensmagazin
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„Endzeit-Uhr“ jetzt auf fünf vor Zwölf

Gefährdung durch Atomwaffen und Klimawandel als Grund

Die "Doomsday clock" © MMCD

Die Zeiger der „Doomsday clock“, einer symbolischen Uhr, die die Gefährdung der Welt darstellt, stehen seit gestern auf fünf Minuten vor zwölf Uhr – zwei Minuten näher als zuvor. Das verantwortliche Wissenschaftlergremium nannte dafür zwei Gründe: Die Bedrohung durch Atomwaffen und den Klimawandel. Seit 1947 wurde die Zeigerposition der Uhr erst 17 Mal verändert, zuletzt nach dem Anschlag auf das World Trade Center.

Die im “Bulletin of the Atomic Scientists” (BAS) zusammengeschlossenen Wissenschaftler, darunter 18 Nobelpreisträger, beobachten und bewerten seit 1949 den Status der Welt und der Ereignisse und drückt die sich daraus ergebende Bedrohung mithilfe des Uhrensymbols aus. Das „Herunterzählen“ bis auf Zwölf Uhr spielt dabei bewusst sowohl mit dem Bild der Apokalypse – den sprichwörtlichen fünf Minuten vor Zwölf – als auch mit dem Bild des Countdowns – beispielsweise für den Start einer Atomwaffe.

Bedrohung durch „zweites Atomzeitalter“

In einer gestern gleichzeitig an der Royal Society in London und an der American Association for the Advancement of Science in Washington, DC abgehaltenen Pressekonferenz begründeten Vertreter der BAS ihre Entscheidung für das Verschieben der Uhrzeiger mit zwei Hauptgefahren: Zum einen die Bedrohung durch 27.000 Atomwaffen, von denen 2.000 innerhalb von Minuten starten können, zum anderen aber die Zerstörung menschlichen Lebensraums durch den Klimawandel.

“Wir stehen an der Schwelle zu einem zweiten Atomzeitalter“, erklärten die Forscher. „Seit dem Abwurf der ersten Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki stand die Welt nicht vor solchen gefährlichen Entscheidungen. Der Atomwaffentest Nordkoreas, die nuklearen Ambitionen des Iran, die verstärkte militärische Betonung der Wichtigkeit von Atomwaffen, das anhaltende Unvermögen, spaltbares Material genügend zu sichern und nicht zuletzt die 26.000 Atomwaffen, die die USA und Russland noch immer besitzen, sind symptomatisch für unser Versagen, die Probleme der weltweit destruktivsten Technologie zu lösen.“

Klimawandel: Irreversible Schäden in den nächsten Jahrzehnten

Doch auch nicht-atomare Bedrohungen bewegten die Wissenschaftler zu ihrem Schritt: „Die Bedrohung durch den Klimawandel ist nahezu genauso präsent wie die durch Nuklearwaffen. Die Effekte mögen zwar kurzfristig gesehen weniger dramatisch sein, aber über die nächsten drei bis vier Dekaden könnte der Klimawandel den Lebensräumen irreversiblen Schaden zufügen, von denen das Überleben des Menschen abhängt“, so das Statement.

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Der Astronom Stephen Hawking, Unterstützer der BAS, kommentierte anlässlich der Zeigerverschiebung: “Als Wissenschaftler verstehen wir die Gefahren von Atomwaffen und ihren verheerenden Auswirkungen und wir lernen, wie menschliche Aktivitäten und Technologien das Klimasystem so verändern, dass sich das Leben auf der Erde dauerhaft verändern könnte. Wir haben daher die Pflicht, die Öffentlichkeit auf die Risiken, mit denen wir leben, aufmerksam zu machen und aufzuzeigen, welche Gefahren wir sehen, wenn Regierungen und Gesellschaften nicht anfangen zu handeln.“

(Bulletin of the Atomic Scientists, 18.01.2007 – NPO)

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