Todesstreifen soll zur Europa durchziehenden ökologischen „Lebenslinie“ werden Eiserner Vorhang wird zum Grünen Band - scinexx | Das Wissensmagazin
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Todesstreifen soll zur Europa durchziehenden ökologischen „Lebenslinie“ werden

Eiserner Vorhang wird zum Grünen Band

Das Grüne Band © BfN

Der ehemalige Eiserne Vorhang soll als Grünes Band von Europa zu einem Zufluchtsort für Natur und Mensch werden. Diesen ökologischen Korridor will die Initiative „Europäisches Grünes Band“, die jetzt bei einem Treffen von europäischen Naturschützern, darunter auch em Bundesamt für Naturschutz (BfN), gestartet wurde, durchsetzen. Die Teilnehmer hoffen, dass es zu einem Symbol für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung in Europa wird.

Fachleute aus den 22 an das Grüne Band angrenzenden Staaten stimmten darin überein, dass dieses Projekt bei der zukünftigen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit eine wichtige Rolle spielen wird. Tamas Marghescu, der Regionaldirektor der IUCN für Europa, sagte über die Initiative: „Das Grüne Band wird die geschützten Gebiete entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs wie eine Perlenschnur verbinden und so eine durch ganz Europa verlaufende Lebenslinie der Biodiversität bilden. Es wird zu einem Rückgrat des Biotopverbunds werden, der eine bessere Anpassung der Natur an den zukünftigen Klimawandel erlaubt.“

Mauerstreifen als Landschaftsschützer

Der Eiserne Vorhang, eine politische, ideologische und physische Barriere, die ganz Europa mehr als 40 Jahre lang trennte, hat für die Menschen auf seiner ganzen Länge eine verbotene Zone geschaffen. Während anderenorts Landschaften umgeformt und durch intensive landwirtschaftliche und anderweitige Entwicklungsprozesse verändert wurden, erhielten die Lebensräume im Todesstreifen eine vierzigjährige Atempause. Daher finden sich heute entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs viele wichtige Lebensräume und Ökosysteme Europas.

Das Grüne Band ist eine Ansammlung von natürlichen Lebensräumen, die sich entlang des früheren Eisernen Vorhangs und in seiner Nachbarschaft entwickelt haben und heute die Basis für ein Netzwerk naturschutzfachlich wertvoller Gebiete bilden. In seinem Verlauf von der Barentssee zum Schwarzen Meer durchquert das Grüne Band die gesamte Spanne der sozialen, ökonomischen und natürlichen Vielfalt Europas. Dies bedeutet, dass das Grüne Band in allen Ländern unterschiedlich ist.

Erste Kooperationen laufen

Im Bereich des Grünen Bandes von Fennoskandien besteht schon seit fast einer Dekade eine erfolgreiche Kooperation zwischen finnischen und russischen Naturschützern, und es wird gehofft, dass sich dieses Beispiel grenzübergreifender Kooperation auf die Initiative in ihrer gesamten Länge ausweiten lässt. Innerhalb Deutschlands bemühen sich starke Naturschutzinitiativen um einen durchgehenden Schutz des gesamten Grünen Bandes. Woanders in Zentraleuropa und auf dem Balkan wird das Grüne Band etablierte Schutzgebiete und anderweitig genutzte Gebiete verbinden und so Trittsteine für die Natur schaffen, die sichern, dass Arten wie beispielsweise die großen Raubtiere frei durch Europa wandern können.

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Seit Mai 2004 hat die Europäische Union zehn neue Mitgliedsstaaten von denen acht Anteil am Grünen Band haben. Diese Staaten müssen jetzt die EU-Richtlinien für den Naturschutz erfüllen, was den Aufbau des Schutzgebietssystems Natura 2000 beinhaltet. Die Tagungsteilnehmer haben als Ziel die Verabschiedung eines Arbeitsprogramms für die Zukunft des Europäischen Grünen Bandes vor Augen. Wie der IUCN-Koordinator für das Grüne Band, Andrew Terry, feststellte „ist dieses Programm ein wichtiger Schritt vorwärts, da es klare Ziele für gemeinsame Aktivitäten setzt, durch die das Grüne Band in ganz Europa wirklich wird.

(Bundesamt für Naturschutz, 13.09.2004 – NPO)

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