Wie heimische Laubbäume auf die zunehmende Trockenheit reagieren Eichen und Eschen als Klimawandel-Gewinner - scinexx | Das Wissensmagazin
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Wie heimische Laubbäume auf die zunehmende Trockenheit reagieren

Eichen und Eschen als Klimawandel-Gewinner

Schweizer Wald in einem Bild von einer Infrarot-Kamera © Daniel Scherrer, Martin Bader und Christian Körner / Institut für Botanik, Universität Basel / SNF

Im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung muss Mitteleuropa in Zukunft mit einer Zunahme von längeren Trockenperioden während des Sommers rechnen. Unter dem Wassermangel werden Bergahorn und Sommerlinde besonders leiden, Esche und Traubeneiche sollten mit der neuen Situation dagegen am besten klar kommen – zumindest in der Schweiz. Zu diesem Schluss sind jetzt Baseler Forscher gekommen.

In der Schweiz muss in Zukunft nicht nur mit einer Erwärmung des Klimas, sondern auch mit einer mit ihr einhergehenden Zunahme von längeren Trockenheitsperioden während des Sommers gerechnet werden. Wie gut vertragen die einzelnen Baumarten, die den Schweizer Wald ausmachen, diesen Wassermangel? Lassen sich daraus forstwirtschaftliche Empfehlungen ableiten, mit welchen Laubbäumen der Wald in Zukunft bepflanzt werden muss?

Jede Menge Sensoren

Eine Forschungsgruppe um Professor Christian Körner vom Botanischen Institut der Universität Basel ist in einem groß angelegten Versuch diesen Fragen nachgegangen. An vier unterschiedlich feuchten Standorten in der Umgebung von Basel vergruben sie in steinigen Waldböden Feuchtigkeitssensoren. Auch an die Bäume setzten sie Sensoren an, um die Intensität des Wasserstroms zu messen, der von den Wurzeln hinauf in die Baumkronen fließt, wo das Wasser durch Poren in den Blättern verdunstet.

Weitere Sensoren – an Ballonen schwebend – registrierten die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur im Blätterdickicht der Baumkrone. An besonders schönen Tagen wurden mit Hilfe eines Helikopters die Waldgrundstücke mit einer Infrarot-Kamera aufgenommen und die Temperatur der einzelnen Baumkronen gemessen.

Die verschiedenen Laubbaumarten im Schweizer Wald erwärmen sich unterschiedlich stark an Sommertagen und sind unterschiedlich trockenheitsanfällig. © Daniel Scherrer, Martin Bader und Christian Körner / Institut für Botanik, Universität Basel / SNF

Verdunstung ist von zentraler Bedeutung

Die zahlreichen Messergebnisse zeigen, dass leichtere, gut durchlüftete Baumkronen überschüssige Wärme eher abführen als das dicht gebaute Blätterwerk einer Sommerlinde oder eines Bergahorns. Zudem spielt die Verdunstung bei der Erwärmung der Baumkronen eine entscheidende Rolle.

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„Wenn Sie einen nassen Finger in die Luft halten, kühlt er spürbar ab. Genauso erhitzen sich auch Baumkronen nicht, solange sie gut mit Wasser versorgt sind und stark verdunsten“, erklärt Körner. Wenn den Bäumen das Wasser ausgeht, müssen sie die Blattporen schließen. Dadurch schränken sie ihre Verdunstung und somit auch ihr Wachstum ein.

Rangliste der Trockenheitsresistenz

Sparsame Bäume verengen ihre Blattporen, auch wenn ihnen eigentlich genügend Wasser zur Verfügung steht. Das trifft für die Traubeneiche und für die Esche zu. Beide Arten vermögen dadurch ihre Wasserversorgung auch während längeren Trockenperioden aufrecht zu erhalten. Deswegen führen sie die Rangliste der Trockenheitstoleranz der wichtigsten heimischen Laubbaumarten an.

Im Mittelfeld sind nach Angaben der Forscher Rotbuche und Vogelkirsche, die etwas anfälliger auf Trockenheit sind, während Bergahorn und Sommerlinde schon nach wenigen Tagen Trockenheit ihre Verdunstungsrate zu drosseln beginnen.

Gemäß der Studie sind Eichen und Eschen vor allem in trockeneren Lagen eine gute Wahl, um den Schweizer Wald fit für eine wärmere Zukunft mit weniger Niederschlag zu machen. Die Messdaten werden nun mit den Erfahrungen der Forstpraxis für größere Regionen verglichen.

(Universität Basel / Schweizerischer Nationalfonds SNF, 17.03.2011 – DLO)

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