Säugetiere überlebten die Riesen, weil sie keine Eier legten Computermodell ermittelt neuen Grund für das Aussterben der Dinosaurier - scinexx | Das Wissensmagazin
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Säugetiere überlebten die Riesen, weil sie keine Eier legten

Computermodell ermittelt neuen Grund für das Aussterben der Dinosaurier

Dass Dinosaurier Eier legten, trug mit zu ihrem Aussterben bei. Das schließt ein internationales Forscherteam aus Computersimulationen. Ihre Erklärung: Alle Dinosaurierarten produzierten relativ kleine Eier. Sie durchliefen also während ihres Wachstums eine breite Palette von Körpergrößen. Deshalb konkurrierten sie erst einmal mit vielen anderen Tierarten – zum einen mit Säugetierarten, zum anderen mit anderen jungen Dinosauriern in unterschiedlichen Wachstumsstadien. Alle diese Arten teilten sich beispielsweise das gleiche Nahrungsangebot oder nutzten die gleichen Verstecke auf der Flucht vor Fressfeinden.

Dieser enorme Konkurrenzdruck habe dazu geführt, dass kleine und mittelgroße Dinosaurierarten ausstarben, schreiben die Forscher im Fachblatt „Biology Letters“. Die großen Arten hatten weniger Konkurrenz und setzten sich durch. Als das Massenaussterben vor 65 Millionen Jahren dann auch noch alle großen Tierarten ausrottete, hätten die lebendgebärenden, kleinen Säugetiere daher die Oberhand gewonnen.

Dinosaurier waren meistens riesig. Es habe kaum erwachsene Dinosaurier mittlerer Körpergröße (zwischen 1 und 1.000 Kilogramm) gegeben, schreiben die Forscher um Daryl Codron von der Universität Zürich. Auch sehr kleine Arten waren seltener als bei den Säugetieren. Computersimulationen der Wissenschaftler zeigen jetzt den Grund dafür: Es war die starke Konkurrenz um ökologische Nischen, die ein ausgewachsener Dinosaurier mittlerer Größe durchmachen musste. Diese Nischen seien bereits von den Jungtieren der größeren Dinosaurierarten sowie von Säugetieren besetzt gewesen.

Auch große Dinos legten kleine Eier

Der Nachwuchs von Säugetieren ist den Eltern in der Körpergröße relativ ähnlich. Bei asiatischen Elefanten beispielsweise wiegt die Mutter ebenfalls vier Tonnen, das Baby bringt bei der Geburt schon bis zu 200 Kilogramm auf die Waage. Die Mutter ist hier also nur 22-mal so schwer wie ihr Junges.

Da alle Dinosaurier Eier legten, ergab sich bei ihnen eine weitaus größere Differenz in der Körpergröße der Jungen und der ausgewachsenen Tiere. Denn Eier können nicht beliebig groß sein: Die Schale darf nicht zu dick werden, da das sich entwickelnde Tier dann keine Luft mehr mit der Umgebung austauschen kann. Ein sehr großes Ei mit dünner Schale würde aber schnell kaputtgehen. Daher legten auch riesige Dinosaurier, die viele Tonnen wogen, nur relativ kleine Eier. Im Extremfall war die Mutter 2500 Mal so schwer wie ihr gerade geschlüpftes Dinosaurierbaby, schreiben die Forscher: Der riesige Titanosaurus beispielsweise habe vier Tonnen gewogen – sein Nachwuchs beim Schlüpfen nur 1,6 Kilogramm.

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(doi: 10.1098/rsbl.2012.0240)

(UZH / Biology Letters, 18.04.2012 – BOS)

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