Messstation auf dem Mauna Loa registriert erstmals Jahreshöchstwert von knapp 415 ppm CO2-Werte erreichen neuen Rekordwert - scinexx | Das Wissensmagazin
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Messstation auf dem Mauna Loa registriert erstmals Jahreshöchstwert von knapp 415 ppm

CO2-Werte erreichen neuen Rekordwert

CO2-Weerte
Entwicklung der CO2-Monatswerte bis Mai 2019, gemessen auf dem Mauna Loa auf Hawaii. © Kevstan / CC-by-sa 3.0

Ungebrochener Trend: Die Kohlendioxidwerte der Atmosphäre steigen weiter. Im Mai 2019 erreichten die Konzentrationen des Treibhausgases erstmals den Jahreshöchstwert von knapp 415 parts per million (ppm), wie Messungen auf Hawaii ergaben. Dies ist 3,5 ppm mehr als im Mai 2018 und markiert einen neuen Rekord, wie Forscher berichten. Noch nie zuvor wurden an dieser Referenz-Messstation so hohe CO2-Werte gemessen.

Während der Klimaschutz weitgehend stagniert, steigen die Kohlendioxidwerte der Erdatmosphäre immer weiter. Bereits im Mai 2015 passierten die CO2-Werte, gemessen an der Referenzstation auf dem Mauna Loa auf Hawaii, erstmals die Rekordmarke von 400 ppm. Seit 2016 wird dieser Wert auch beim Jahresminimum im September nicht mehr unterschritten.

Vulkangipfel als Referenzstation

Einer der wichtigsten Referenzpunkte für die CO2-Messung ist das Observatorium auf dem Mauna Loa auf Hawaii. Die Lage auf dem kahlen, von größeren Emittenten weit entfernten Berggipfel und die Luftströmungen über Hawaii machen die dort ermittelten Werte relativ repräsentativ für die Nordhalbkugel der Erde. Daher werden hier seit den 1950er Jahren täglich die CO2-Konzentrationen gemessen und Monats- sowie Jahreswerte ermittelt.

„Dies sind Messungen der realen Atmosphäre – sie hängen nicht von irgendwelchen Modellen ab“, betont Pieter Tans von der US National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA). In Kombination mit Messstellen an anderen Orten dokumentieren diese Langzeitmessungen damit relativ zuverlässig, wie sich der atmosphärische CO2-Gehalt entwickelt hat. Gleichzeitig geben sie auch das typische Auf und Ab der Werte im Jahresverlauf wieder: Im Mai wird der CO2-Jahreshöchstwert erreicht, im September der Tiefstpunkt.

Erstmals 415 ppm überschritten

Jetzt melden die Wissenschaftler des Observatoriums einen neuen Rekordwert: Im Mai 2019 haben die CO2-Werte am Mauna Loa erstmals den Monatsmittelwert von 414,7 ppm erreicht – so hoch wie nie seit Beginn der dortigen Messungen. An einigen Tagen im Mai stiegen die Werte sogar über 415 ppm an, wie die Forscher berichten. Damit seien nun sieben Jahre in Folge immer neue Jahreshöchstwerte erreicht worden.

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Die Messungen bestätigen zudem, dass auch die Rate des CO2-Anstiegs immer weiter zunimmt. In den 1970er Jahren stiegen die Werte noch um rund 0,7 ppm jährlich, in den 1980ern beschleunigte sich dies auf rund 1,6 ppm pro Jahr. Im letzten Jahrzehnt haben zunehmende Emissionen dafür gesorgt, dass der Zuwachs inzwischen bei im Schnitt 2,2 ppm jährlich liegt. Der Rekordwert vom Mai 2019 allerdings liegt sogar um 3,5 ppm über dem Vorjahreswert, wie die Forscher berichten. „Diese Messwerte helfen uns, die Prognosen der Klimamodelle zu verifizieren – und sie zeigen, dass diese das schnelle Tempo des Klimawandels sogar eher unterschätzen“, sagt Tan.

Die Kurve der CO2-Monatswerte – die sogenannte Keeling-Kurve – erreicht am Mauna Loa erstmals 415 ppm.© Scripps Oceanography

Quelle: NOAA, Scripps Institution of Oceanography

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