Meeressedimente geben Aufschluss über Temperaturanstieg vor drei Millionen Jahren CO2 sorgte für letzte große Erderwärmung - scinexx | Das Wissensmagazin
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Meeressedimente geben Aufschluss über Temperaturanstieg vor drei Millionen Jahren

CO2 sorgte für letzte große Erderwärmung

Die letzte große Erderwärmung fand vor drei Millionen Jahren statt. Ausgelöst wurde sie durch Kohlendioxid-Mengen in der Atmosphäre, die denen in unserer Zeit entsprechen. Dies haben Wissenschaftler vom British Antarctic Survey und der Universität von Kalifornien in Santa Cruz anhand von Sedimenten rekonstruiert.

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„Es gibt zwei Theorien, wie es zu der damaligen Erderwärmung kam“, sagt Alan Haywood vom British Antarctic Survey. „Die eine besagt, dass mit Ozeanströmen wie dem Golfstrom riesige Mengen warmen Wassers von den Tropen in die Polarregionen geschwemmt worden sind. Die zweite Theorie nennt erhöhte CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre als Grund für die Erwärmung. Wir haben Meeressedimente analysiert und mit den daraus gewonnenen Daten das Klima der Vergangenheit rekonstruiert.“

Winzige Algen, die an der Oberfläche der Meere leben, produzieren Alkenone. Das sind organische Verbindungen, die in die Algenmembran eingebaut werden. Sie bestehen aus Kohlenstoff-, Sauerstoff- und Wasserstoffatomen und können anhand ihres Sättigungsgrades Hinweise auf die jeweils herrschenden Temperaturen geben. Sterben die Algen ab, sinken sie und werden Teil des Sediments. Damit liegt im Sediment quasi eine Aufzeichnung vergangener Temperaturen vor.

„Wenn nun also die Meereströme für die Klimaerwärmung verantwortlich wären, müssten wir eine Temperaturabnahme in den tropischen Regionen registrieren“, erklärt Haywood. „Wir fanden jedoch, dass die Temperatur sowohl an den Polen als auch in den Tropen anstieg. Dies lässt sich nur mit der CO2-Theorie begründen. Durch unsere Untersuchungen ist es gelungen, eine lang bestehende Streitfrage zu beenden. Außerdem bekommen wir einen bedenklichen Hinweis darauf, welche Auswirkungen Treibhausgase auf das Klima in der Zukunft haben könnten.“

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(British Antarctic Survey, 12.04.2005 – PJÖ)

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