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Auch T. rex fing mal klein an

Frühester Vorfahr der Tyrannosauridae (wieder)entdeckt

Tyrannosaurus rex war einer der dominierenden Raubsaurier derKreidezeit. Ein fast vergessenes Fossil aus den Sammlungen des Natural History Museums in London lieferte jetzt entscheidende Hinweise auf die Anfänge und Entwicklungsgeschichte dieser gewaltigen Fleischfresser. Der Schädel entpuppte sich – fast ein Jahrhundert nach seiner Ausgrabung – als Überrest des ältesten bislang bekannten Tyrannosauriers.

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Seit rund 100 Jahren beherbergen die Sammlungen des Natural History Museums in London einen fast vollständig erhaltenen Dinosaurierschädel, der im Westen Englands ausgegraben wurde. Nach einer ersten falschen Zuordnung wurde das Fossil als Überrest einer unbekannten Gattung erkannt, die den Namen Proceratosaurus erhielt. Die erste detaillierte Untersuchung fand allerdings erst jetzt statt. Prompt entpuppte sich das Fossil als Sensation: Proceratosaurus ist der früheste Vorfahr der Tyrannosauridae.

Diese Gruppe von Raubsaurieren ist nach ihrem bekanntesten Vertreter benannt, dem Tyrannosaurus rex. Gemein ist den zweibeinigen Fleischfressern der Körperbau: Stummelarme und ein kräftiger Schwanz am massigen Körper sowie messerscharfe Zähne im wuchtigen Schädel. Die wichtigsten Vertreter der Familie, wie auch T-Rex, stammen aus der späten Kreidezeit, wenn auch einige kleinere Arten aus dem Jura bekannt sind. Dennoch liegen die Anfänge und die Evolution dieser wichtigen Sauriergruppe noch weitgehend im Dunkeln.

Tomographie enthüllt Details

Ein Team um den Paläontologen Oliver Rauhut von der Ludwig-Maximilians-Universität München konnte mithilfe moderner bildgebender Verfahren nachweisen, dass Proceratosaurus seinem um rund 100 Millionen Jahre jüngeren Nachfahren T. rex in mancher Hinsicht ähnelte. „Wir mussten den Schädel erst einmal reinigen, weil einige der Knochen noch von Gestein bedeckt waren“, berichtet Rauhut. „Es ist wirklich erstaunlich, wie wenig Aufmerksamkeit diesem Fossil geschenkt wurde, obwohl es sich um einen der am besten erhaltenen Dinosaurierschädel aus Europa handelt.“

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„Die Computertomographie ist eine tolle Methode, weil sie uns Einblicke in das Innere des Fossils erlaubt, ohne dass das Material beschädigt wird“, ergänzt Angela Milner, die das Fossil als zuständige Kustodin am Natural History Museum persönlich nach Texas transportierte, wo die Tomographie-Untersuchung stattfand. Die eigentliche Studie des Schädels und der Tomographie-Aufnahmen fanden später im Natural History Museum in London statt.

Miniaturausgabe des großen Nachfahren

Dabei zeigten sich viele Übereinstimmungen an den Zähnen, Kiefern und an der Schädelhöhle mit dem gigantischen Tyrannosaurus rex – obwohl Proceratosaurus rund 100 Millionen Jahre älter und auch sehr viel kleiner ist. So misst der Proceratosaurus-Schädel nur etwa ein Fünftel des Kopfes seines gewaltigen Nachfahren. Und das gesamte Tier wog vermutlich nur etwa bis zu 40 Kilogramm – verglichen mit bis zu acht Tonnen bei Tyrannosaurus.

Gebiss als Waffe

Weil der Schädel des Proceratosaurus bereits die typischen Merkmale seiner späten Nachfahren zeigt, war wohl auch bei dieser Spezies das kraftvolle Gebiss die wichtigste Waffe. „Vermutlich hat sich die Jagdstrategie zuerst entwickelt“, sagt Rauhut. „Die späteren Tyrannosaurier haben dann das Werkzeug

perfektioniert, also die Stärke ihrer Schädel und Kiefermuskeln gesteigert – und insgesamt enorm an Größe gewonnen. Proceratosaurus zeigt uns aber auch, dass sich die Tyrannosauridae über eine sehr lange Zeit entwickelten und dabei sehr unterschiedliche Arten entstanden sind. Wir werden wohl noch einige Arten aus dieser wichtigen Familie entdecken.“

(Universität München, 06.11.2009 – NPO)

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