Studie: Bienenfresser werden beim Segeln nicht langsamer und sparen sogar mehr Kraftreserven als größere Arten Auch kleine Zugvögel setzen auf Gleitflug - scinexx | Das Wissensmagazin
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Studie: Bienenfresser werden beim Segeln nicht langsamer und sparen sogar mehr Kraftreserven als größere Arten

Auch kleine Zugvögel setzen auf Gleitflug

Europäischer Bienenfresser © Itai Shanni

Große Zugvögel wie Störche sparen auf ihrem Flug Kraftreserven, indem sie auf thermischen Strömungen dahinsegeln. Bei kleineren Zugvögeln war dieses Verhalten bisher nicht bekannt. Jetzt haben Wissenschaftler jedoch herausgefunden, dass auch Arten wie der europäische Bienenfresser Merops apiaster zeitweise im Gleitflug fliegen.

Diese kleinen Vögel werden dabei nicht langsamer und sparen sogar mehr Kraftreserven als größere Arten, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift „PLoSOne“.

Wenn wir an Vögel denken, die majestätisch ohne einen Flügelschlag durch die Luft gleiten, stellen wir uns große Arten vor wie den Weißstorch oder einen Greifvogel auf der Futtersuche. Diese Flugmuster großer Zugvögel wurden bereits genau untersucht. Ornithologen wissen viel über ihre Fluggeschwindigkeit, die zurückgelegten Entfernungen und den Anteil verschiedener Flugtechniken während des Zuges.

Europäischer Bienenfresser im Visier

Bei kleineren Vögeln nahmen sie lange an, sie könnten wegen ihrer geringen Muskelkraft und der kleineren Flügel nicht im selben Maße gleiten und Kraftreserven sparen. Der Gleitflug reduziere die Geschwindigkeit im Vergleich zum Flug mit dauerndem Flügelschlag, so die Annahme.

Nun untersuchten Wissenschaftler der Ben-Gurion Universität des Negev, der Universität Jerusalem und Martin Wikelski vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell erstmals den Energieverbrauch kleiner Zugvögel im Freiland. Sie fingen einige Exemplare des europäischen Bienenfressers in Israel und befestigten kleine Sender auf dem Rücken.

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Bienenfresser im Flug © Jorge Rodrigues

Energieaufwand bestimmt

Mit den empfindlichen Geräten konnten sie jeden Flügelschlag, die Herzrate und die Fluggeschwindigkeit messen. Um den Energieaufwand bestimmen zu können, ermittelten die Forscher im Labor, dass die Herzschlagrate der Vögel ein Indikator für den Sauerstoffverbrauch ist und dass die gemessenen Werte Rückschlüsse auf den Energieverbrauch während des Fluges zulassen.

„Bei der Auswertung der Messergebnisse waren wir überrascht zu sehen, dass die Bienenfresser häufig zwischen Segelflug und Ruderflug wechselten und dass zudem die Herzschlagfrequenz während des Segelfluges nur halb so groß war“, sagt Wikelski. „Die Vögel benötigen beim Gleiten ebenso wenig Energie wie im Ruhezustand auf einem Ast oder im Nest.“

Deutlich höhere Kraftersparnis

In voran gegangenen Studien zu größeren Zugvögeln wurde dagegen eine um 30 Prozent höhere Herzrate beim Gleitflug als beim Rasten gemessen. Diese Flugtechnik stellt also für kleine Zugvögel eine deutlich höhere Kraftersparnis dar als für größere Arten. Auch ein Geschwindigkeitsverlust konnte nicht festgestellt werden.

Das Ergebnis dieser Studie beantwortet den Wissenschaftlern zufolge nicht nur die Frage, ob auch kleine Zugvögel während ihrer langen Reise segeln oder gleiten können: Sie sind dabei sogar gleich schnell und verbrauchen weniger Kraftreserven.

(doi:10.1371/journal.pone.0013956)

(Max-Planck-Institut für Ornithologie, 08.12.2010 – DLO)

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