Inschriften zitieren Platon und einen „höchsten Gott“ Antike Inschriften in der Türkei entdeckt - scinexx | Das Wissensmagazin
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Inschriften zitieren Platon und einen „höchsten Gott“

Antike Inschriften in der Türkei entdeckt

Archäologen haben bei einem Forschungsprojekt in Oinoanda/Lykien in der Türkei eine ganze Reihe spektakulärer Inschriften entdeckt. Sie zitieren unter anderem den Philosophen Platon und enthalten den Verweis auf einen „höchsten Gott“.

Schon seit dem 19. Jh. gilt der Ort Oinoanda in den lykischen Bergen als wichtige Fundstätte alter Schriften. Drei der bekanntesten griechischen Inschriften der Antike stammen von dort. Die berühmteste unter ihnen ist die monumentale philosophische Inschrift des Diogenes von Oinoanda. Sie stammt aus dem Ende des 2. Jahrhunderts nach Christus und bestand vermutlich aus 25.000 Wörtern, die auf 260 Quadratmetern der Stadtmauer von Oinoanda eingelassen waren. Bis heute sind nur Teile dieser Inschrift gefunden.

Auseinandersetzung mit Platon…

Jetzt entdeckten Forscher unter der Leitung von Martin Bachmann, dem stellvertretenden Leiter der Abteilung Istanbul des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) 26 neue Fragmente dieser Inschrift. Einige der neuentdeckten Funde sind nur Bruchstücke mit wenigen Textfetzen, andere vollständige Sentenzen. Diese größeren Textfragmente liefern neue Einblicke in die Wirkungsgeschichte zentraler Autoren der damaligen Weltliteratur. So setzt sich eine der neu entdeckten Inschriften mit Ansichten Platons über die Weltschöpfung und die Unvergänglichkeit des Kosmos auseinander.

…und Hinweis auf Monotheismus

Zu der Philosophie in Stein kommen weitere aktuelle Funde von Weihinschriften an der antiken Stadtmauer, in denen ein „Höchster Gott“ angesprochen wird. Daraus ergeben sich religionsgeschichtlich richtungsweisende Erkenntnisse über die Ausprägung des monotheistischen Kultes, der sich besonders ab dem 1. Jh. n. Chr. im heidnischen Bereich entwickelt. Insgesamt offenbaren die neuen Funde, welch großes Forschungspotential die Stadt in Lykien nach wie vor besitzt.

(Deutsches Archäologisches Institut, 26.08.2008 – NPO)

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