Viel besuchte Fildes-Region soll „Antarctic Specially Managed Area“ werden Antarktis: Besonderer Schutz für „Oase im Eis“ - scinexx | Das Wissensmagazin
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Viel besuchte Fildes-Region soll „Antarctic Specially Managed Area“ werden

Antarktis: Besonderer Schutz für „Oase im Eis“

Die Fildes-Region gehört zu den artenreichsten der Antarktis. Doch zunehmende und vor allem unkoordinierte menschliche Aktivitäten bedrohen das Gebiet. Die Umwandlung in eine so genannte „Antarctic Specially Managed Area“, wie jetzt von Deutschland auf der 29. Antarktis- Vertragsstaatenkonferenz vorgeschlangen, könnte dies jedoch ändern.

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Eine internationale Arbeitsgruppe unter deutsch-chilenischem Vorsitz wird ab September 2006 untersuchen, ob die Vertragsstaaten die am südwestlichen Ende von King George Island gelegene Fildes-Region als besonders verwaltetes Gebiet ausweisen sollen. Bisher gibt es in der Antarktis lediglich drei solcher Gebiete. Ziel dieser Maßnahme ist es, in dem stark frequentierten Fildes-Gebiet Forschungsexpeditionen und Tourismus so zu koordinieren, dass die einzigartige Umwelt intakt bleibt. Anlass ist die mangelhafte Koordination der logistischen und touristischen Aktivitäten. Dies hat in der Vergangenheit zu erheblichen Belastungen geführt – etwa zu Landschaftszerstörung, Verlust von Brutplätzen verschiedener Seevogelarten und Müllhalden.

Arbeitsgruppe als erster Schritt

Die Einrichtung der internationalen Arbeitsgruppe ist ein wichtiger und möglicherweise entscheidender Schritt, um die Umweltsituation in der Fildes-Region nachhaltig zu verbessern. Auf diese Weise sollen Aktivitäten von Touristen, Wissenschaftlern und Stationsmitgliedern enger verknüpft und die Kooperation der dort arbeitenden Menschen intensiviert werden. In der Praxis zählen hierzu Maßnahmen wie das Absprechen von Aktivitäten im Vorfeld, die Entwicklung von Konzepten zur gemeinsamen Nutzung vorhandener Logistik, die gemeinsame Planung und Durchführung von Forschungsprojekten und das Aufstellen für jedermann gültiger Sicherheits- und Betretungsregeln.

Gleichzeitig soll durch entsprechende Regelungen dem Umweltschutz genüge getan und die Pflanzen- und Tierbestände bewahrt werden. Letztlich tragen diese Maßnahmen dazu bei, die Eigenart, Schönheit und Unberührtheit des großartigen Naturreservates Antarktis für künftige Generationen zu bewahren.

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Große Artenvielfalt auf kleinem Raum

Obwohl die Fildes-Region auf King George Island nur etwa 30 Quadratkilometer groß ist, zählt sie zu den größten eisfreien Gebieten der Antarktischen Halbinsel. Die Artenvielfalt ist für antarktische Verhältnisse besonders hoch. Die Fildes-Region ist nicht nur Lebensraum zahlreicher Seevögel, Pinguine und Robben, sogar in der Antarktis seltene Moose und Flechten sind dort zu finden.

Seit den 1960er Jahren siedelten sich zunehmend Wissenschaftler und Techniker aus Chile, China, Russland und Uruguay an. Deutsche Polarforscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena arbeiten seit über 26 Jahren ebenfalls regelmäßig im Gebiet. Die so entstandene Infrastruktur begünstigt auch den wachsenden Tourismus in diesem empfindlichen Gebiet.

Bedroht durch menschliche Aktivitäten

Die vielen menschlichen Aktivitäten haben im Laufe der vergangenen Jahrzehnte den Druck auf das Gebiet stark erhöht. Die Folge waren zum Beispiel örtliche Ölleckagen, Schäden an der empfindlichen Vegetation und Abwanderung des weltweit als gefährdet geltenden Südlichen Riesensturmvogels von seinen traditionellen Brutplätzen in ruhigere Bereiche. Interessenskonflikte zwischen Forschung, Tourismus und Umweltschutz waren somit vorprogrammiert.

(Umweltbundesamt, 07.08.2006 – NPO)

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