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Ägypten: Mumie mit goldener Zunge entdeckt

Ausgrabungen in Alexandria finden 16 Gräber aus der ägyptischen Antike

Totenmaske
Gegenüber den restlichen in der ägyptischen Tempelstadt Taposiris Magna entdeckten Funden ist diese Totenmaske einer Frau fast schon unspektakulär. © Egyptian Ministry of Tourism and Antiquities

Sprachhilfe für das Jenseits: Bei Ausgrabungen nahe Alexandria haben Archäologen 16 Katakomben mit hochrangigen Mumien aus der Ptolemäerzeit entdeckt. Unter den gut 2.000 Jahre alten Toten ist auch eine Mumie mit goldener Zunge – eine zungenförmige Goldfolie sollte ihr das Sprechen im Jenseits ermöglichen. Eine andere Mumie trägt eine königliche Krone, eine goldene Brustplatte und einen falkengeschmückten Halsschmuck.

50 Kilometer westlich des modernen Alexandria liegt die alte Tempelstadt Taposiris Magna. Während der griechisch-römisch Periode Ägyptens wurde hier vor allem das Götterpaar Isis und Osiris verehrt. Gleichzeitig diente die Tempelstadt jedoch auch als Nekropole für hochrangige Ägypter der Ptolemäerzeit: Archäologen haben in den letzten Jahren mehr als 25 Sarkophage mit hochrangigen Toten teils in Grabschächten, teils oberirdisch entdeckt.

Das Spannende jedoch: Es könnte sein, dass sich in Taposiris Magna auch das lange gesuchte Grab von Kleopatra und Marcus Antonius verbirgt. Als Indizien dafür sehen Forscher eine Statue der berühmten Königin, Münzen mit ihrem Konterfei, sowie eine dem Römer ähnlich sehende Maske, die in der Tempelstadt gefunden wurden. Noch hat die Suche nach ihrem Grab aber nichts ergeben.

Mumie mit Goldzunge
Mumie mit Zungen-Nachbildung aus Goldfolie. © Egyptian Ministry of Tourism and Antiquities

Herrscherkrone, Brustschmuck und Falkenkette

Jetzt haben Archäologen eines ägyptisch-dominikanischen Grabungsteams weitere Funde in Taposiris Magna gemacht. Bei der Ausgrabung von Felsgräbern stießen sie auf 16 teilweise reich geschmückte Mumien. Die Toten sind in schlechtem Zustand, ein Teil ihrer verzierten Auflagen sowie ihr Schmuck sind aber erhalten geblieben. Sie deuten auf einen hohen Status der Verstorbenen hin, wie Grabungsleiterin Kathleen Martinez von der Universität Santo Domingo erklärt.

Eine der Mumien trägt auf ihrem Kopf eine Krone mit vergoldeten Widderhörnern und einer Kobra auf der Stirn. Diese sogenannte Atef-Krone gilt als Herrschaftssymbol von Königen und Gottheiten und vereint die Symbole Oberägyptens mit Bezügen auf Osiris. Die Brust des Toten ist von einem rechteckigen, goldenen Brustschmuck bedeckt und um den Hals trägt er eine mit einem Falkenkopf geschmückte Halskette. Eine zweite Mumie weist ebenfalls Reste von vergoldetem Grabschmuck auf, dessen Verzierungen auf den Gott Osiris verweisen.

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Goldene Zunge fürs Sprechen im Jenseits

Eine Besonderheit ist jedoch eine Mumie mit goldener Zunge: In ihrer Mundhöhle wurde eine zungenförmige Nachbildung aus Goldblech gefunden. Wahrscheinlich sollte sie sicherstellen, dass der Tote auch im Jenseits sprechen konnte, erklärt das ägyptische Antikenministerium dazu. Dem damaligen Glauben nach mussten die Toten Osiris, dem Gott der Unterwelt, Rede und Antwort stehen können.

Warum nur diese Mumie bei der Bestattung eine solche goldenen Zunge bekam, ist unklar. Es wäre möglich, dass dieser Mensch schon zu Lebzeiten stumm war oder unter Sprachstörungen litt. Denkbar wäre aber auch, dass diese Goldzungen in besonderen Fällen unabhängig von solchen Behinderungen mit ins Jenseits gegeben wurden.

Zu den weiteren Funden der Ausgrabungen gehören die prachtvolle Totenmaske einer Frau, die sie vom Kopf bis hinunter zur Brust bedeckte, Reste eines goldenen Kranzes, acht Marmorbüsten, sowie die Relikte einiger Schriftrollen.

Quelle: Egyptian Ministry of Tourism and Antiquities

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