Solarstrom bei Nacht? Windenergie ohne Wind? Sogenannte Carnot-Batterien könnten dies künftig ermöglichen und die gefürchtete „Dunkelflaute“ abwenden. Sie speichern überschüssigen Strom in Nitratsalzen, deren Schmelzen und Kristallisieren die Energie in Form von Wärme aufnimmt und abgibt. Wie gut dies funktioniert und welche Bauteile für eine solche Carnot-Batterie am besten geeignet sind, testet zurzeit ein Forschungsteam vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
Die Stromerzeugung aus Sonne und Wind ist schwankend. Eine zentrale Herausforderung der Energiewende ist es deshalb, das Stromnetz stabil zu halten und Blackouts durch Dunkelflauten oder Lastspitzen zu vermeiden. Dafür nötig sind Energiespeicher, die überschüssigen Strom aufnehmen und bei Bedarf dosiert wieder abgeben können. Mögliche Technologien dafür sind neben neuartigen Pumpspeichern in Bergwerken oder am Grund von Gewässern vor allem Großbatterien sowie Wärmespeicher auf Basis sogenannter Phasenwechsel-Materialien.

Energiespeicherung im Phasenwechsel
Eine Form dieser wärmebasierten Energiespeicher ist die Carnot-Batterie: Sie wandelt über eine elektrische Wärmepumpe den überschüssigen Strom in Wärme um, die dann ein kristallines Speichermedium zum Schmelzen bringt. Wird dann die Energie wieder benötigt, kühlt man das Material ab und nutzt die dabei freiwerdende Kristallisationswärme zur Stromgewinnung. Mit Speicherkapazitäten von bis zu tausend Megawattstunden elektrischer Energie können Carnot-Batterien beispielsweise eine Stadt wie Stuttgart stabil mit Strom versorgen.
„Carnot-Batterien haben das Potenzial, ein wichtiger Baustein für die Energiewende zu werden“, erläutert André Thess vom DLR-Institut für Technische Thermodynamik in Stuttgart. „Denn solche Wärmespeicher lassen sich gezielt in die Netze und Energiesysteme von morgen einbinden, um die zeitlich und örtlich schwankende Stromgewinnung aus Sonnen- und Windenergie auszugleichen sowie Lastspitzen abzudecken.“ Zudem sind Carnot-Batterien aufgrund der verwendeten Materialien umweltfreundlicher als konventionelle Batterien.










