Patent der Natur: Pflanzenblätter lassen sich verblüffend einfach in leistungsfähige transparente Elektroden umwandeln, die sich für Solarzellen, Displays und andere Elektronik eignen. Dafür haben Forscher das Blattgewebe aufgelöst und die Blattadern mit einem Nanofilm aus Kupfer beschichtet. Die resultierenden Elektroden haben eine 100-fach geringeren Schichtwiderstand als gängige Elektroden und benötigen weit weniger Metall.
Ob transparente Displays und Touchscreens, Dünnschicht-Solarzellen oder Leuchtdioden: All diese Elektronik benötigt leistungsfähige und möglichst günstige Elektroden. Bislang kommen für solche Elektronik meist Elektroden aus Silber oder Indiumzinnoxid (ITO) zum Einsatz. Doch diese Metalle sind teuer und die Leitfähigkeit der ITO-Dünnschichten ist eher begrenzt.
Adernetz von Pflanzenblättern als Grundlage
Eine überraschende Alternative haben nun Forscher um Guobin Jia vom Leibniz-Institut für Photonische Technologien in Jena entwickelt. Denn sie haben ein allgegenwärtiges Produkt der Natur als Basis für ihre neue Elektrode genutzt – das Pflanzenblatt. „Wir haben uns von dem perfekt ausgeklügelten System der Natur inspirieren lassen und aus den Blattadern von Laubblättern Elektroden mit einer hohen Leistungsdichte und geringem Materialverbrauch konstruiert“, erklärt Jia.
Der Vorteil daran: Die feinen, netzartig verzweigten Blattadern sind von Natur aus darauf optimiert, ihren Inhalt – Wasser und Nährstoffe – mit großer Effizienz und Robustheit zu verteilen. „Damit haben sie viel gemein mit den Elektroden in Solarzellen, Batterien oder LEDs, die elektrischen Strom oder Signale sammeln oder verteilen“, sagt Jias Kollege Jonathan Plentz. Doch bislang ist die Erstellung verzweigter Elektroden aufwändig und erfordert oft mehr Material als eigentlich nötig wäre.







