Fehlendes Protein setzt Süßrezeptor außer Kraft Zucker lässt Katzen kalt - scinexx | Das Wissensmagazin
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Fehlendes Protein setzt Süßrezeptor außer Kraft

Zucker lässt Katzen kalt

Süßigkeiten sind nicht nur für Kinder ein Leckerbissen, auch die meisten Säugertiere lassen sich durch Zuckerhaltiges locken. Nicht so die Katzen. Das süße Zeug lässt sowohl unsere domestizierten Hauskatzen als auch ihre wilden Verwandten ziemlich kalt. Aber warum?

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Eine neue Studie amerikanischer Wissenschaftler hat jetzt die molekularen Ursachen für diese Gleichgültigkeit aufgeklärt. „Wir haben eine verhaltensbiologische Frage genommen und sie molekular beantwortet“, erklärt Joseph Brand, Autor der Studie und Vize-Leiter des Monell Chemical Senses Center.

Über die Zungen der Säugetiere verteilt sitzen Geschmacksrezeptoren, die jeweils auf eine bestimmte Geschmacksrichtung spezialisiert sind: sauer, bitter, salzig – und natürlich süß. Der Süßrezeptor besteht normalerweise aus zwei unterschiedlichen, miteinander verbundenen Proteinen. Wie die Forscher jetzt herausfanden, fehlt den Katzen offenbar eines dieser beiden Proteine. Das Gen, das es kodiert, ist ein Pseudogen und nicht funktionsfähig.

Ohne dieses Gen und damit auch das von ihm produzierte Protein funktioniert der Süßrezeptor bei Katzen nicht. Die Erklärung für ihre Indifferenz gegenüber allem zuckerhaltigem liegt daher auf der Hand: Sie schmecken die Süße einfach nicht. Da Kohlenhydrate für sie keinen besonderen Reiz darstellen, bevorzugen sie stattdessen eine „Atkins“-ähnliche Diät aus Fleisch und Fett.

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Doch diese Ergebnisse werfen auch neue Fragen auf: „Die evolutionäre Frage ist hier: Warum und wann haben die Katzen die Fähigkeit, Süßes zu schmecken verloren? Was war zuerst da, die Fleisch fressende Lebensweise oder die Unfähigkeit, Süße wahrzunehmen?“ so der Wissenschaftler. Und fährt nur halbernst fort: „Kein Wunde, dass Katzen manchmal so launisch sind – sie müssen nicht nur erst jagen um zu Fressen, sie können hinterher noch nicht einmal einen süßen Nachtisch genießen.“

(Public Library of Science, 26.07.2005 – NPO)

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