Schweinegrippe breitet sich immer weiter aus WHO deklariert Pandemie-Warnstufe 6 - scinexx | Das Wissensmagazin
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Schweinegrippe breitet sich immer weiter aus

WHO deklariert Pandemie-Warnstufe 6

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat heute die Pandemiewarnstufe weltweit auf die höchste Stufe 6 angehoben und damit offiziell bestätigt, dass eine Pandemie vorliegt. Die Anhebung geschah in Reaktion auf die zunehmende Ausbreitung Influenza A/ H1N1, auch als „neue Schweinegrippe“ bekannt.

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Die Warnstufe 6 ist charakterisiert durch fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragungen des neuen Influenzavirus in einer zweiten der insgesamt sechs WHO-Regionen. Zuvor galt seit 29.April die Phase 5, da eine solche Übertragung in mindestens zwei Staaten der WHO-Region Amerika aufgetreten war. Mit der Höherstufung bildet die Weltgesundheitsorganisation die Situation der vergangenen Tage und Wochen ab, in denen immer mehr Staaten Erkrankungsfälle bestätigt haben. Mehr als 70 Länder berichten inzwischen über Fälle der neuen Grippe, Tendenz steigend. Entscheidend für die Höherstufung war dabei vor allem auch die Tatsache, dass neue Erkrankungen nicht mehr nur als Folge von Reisen in bereits zuvor betroffenen Länder auftreten, sondern dass das Virus innerhalb der jeweiligen Staaten weitergegeben wurde.

Die WHO betont dabei jedoch, dass die Stufe 6 nicht die Schwere der Krankheit wiederspiegelt, sondern einzig ein Ausdruck seiner Ausbreitung ist. Zurzeit ist noch unklar, wie sich die Pandemie entwickelt und ob beispielsweise der Anteil der schwer Erkrankten möglicherweise im Laufe der Zeit oder in einer zweiten Welle steigen wird.

95 Fälle in Deutschland

In Deutschland sind nach neuestem Stand 95 Menschen an der Influenza A/H1N1 erkrankt. Der jüngste Ausbruchsherd lag in Düsseldorf, wo sich Kinder der japanischen Schule angesteckt hatten. Die Schule ist inzwischen vorübergehend geschlossen worden. In den allermeisten Fällen verläuft die Erkrankung mild, nur in Ausnahmefällen mussten bisher Patienten stationär behandelt werden. Erkrankte können mit modernen antiviralen Medikamenten behandelt werden, die Bundesländer haben für den Fall eines erhöhten Bedarfs entsprechende Vorräte angelegt.

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Einen Impfstoff gegen die neue Influenza gibt es noch nicht, in Deutschland haben sich Impfstoffhersteller jedoch verpflichtet, eine frühestmögliche Bereitstellung eines Impfstoffes zu gewährleisten. Die Vorarbeiten für eine Produktion laufen bereits. Nach Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts, des Bundesamts für Sera und Impfstoffe, würden voraussichtlich drei Monate nach Produktionsbeginn die ersten Impfstoffdosen vorliegen.

Nationale Pandemiepläne treten in Kraft

Mit der Stufe 6 werden die Länder aufgerufen, ihre nationalen Pandemiepläne in Kraft treten zu lassen. Deutschland sieht sich hier gut vorbereitet: „Die neue Einstufung kommt nicht unerwartet“, sagt Jörg Hacker, Präsident des Robert Koch-Instituts. „Auf eine solche Situation hat sich Deutschland seit Jahren vorbereitet.“ Der von Bund und Ländern getragene Nationale Pandemieplan enthält Maßnahmen, Aufgaben und Handlungsempfehlungen und erläutert die wissenschaftlichen Zusammenhänge der Pandemieplanung. Auch Empfehlungen für persönliche Hygiene-Maßnahmen wie Händewaschen sind Bestandteil des Plans.

Die Bundesländer haben landesspezifische Pläne, auch Kommunen und Kliniken haben Pandemiepläne. Mit dem Ausrufen der Phase 6 gibt es keinen Automatismus bei den Aktivitäten. Die bereits etablierten Maßnahmen und Krisenreaktionsstrukturen werden fortgeführt, bei Bedarf intensiviert und an neue Situationen angepasst.

Ausbreitung per Tröpfcheninfektion

Die Influenza A/H1N1 neuen Typs trat zuerst in Mexiko und in den USA auf. Identifziert wurde das Virus am 15. April 2009 durch DNA-Tests der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA. Die durch genetische Veränderungen aus einem Schweinevirus entstandene Grippe macht sich beim Menschen durch typisch grippeähnliche Symptome bemerkbar: Husten, hohes Fieber, Hals- und Kopfschmerzen und Erschöpfung. In einigen Fällen können auch Durchfall und/oder Erbrechen dazu kommen.

Angesichts der aus betroffenen Staaten eingeschleppten Infektionen und den inzwischen auch vor Ort aufgetretenen Infektionen steigt die Bedeutung der persönlichen Hygienemaßnahmen, insbesondere bei Kontakt zu Reiserückkehrern und bei vielen Kontakten zu anderen, etwa in Schulen. Influenzaviren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Insbesondere beim Niesen oder Husten können Erreger auch auf die Hände gelangen und darüber weiterverbreitet werden. Daher empfehlen die Gesundheitsbehörden insbesondere häufiges Händewaschen und das Husten in den Ärmel statt in die Hand.

(CDC, WHO, Robert-Koch-Institut, 12.06.2009 – NPO)

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