Die Gesichtsausdrücke von Stubentigern sind schwer zu deuten - aber nicht für alle Sind Sie ein Katzenflüsterer? - scinexx | Das Wissensmagazin
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Sind Sie ein Katzenflüsterer?

Die Gesichtsausdrücke von Stubentigern sind schwer zu deuten - aber nicht für alle

Katze nah
Was verrät der Gesichtsausdruck einer Katze über ihre Stimmung? Das ist nicht immer leicht zu deuten. © SindraP/ iStock

Subtile Zeichen: Forscher haben untersucht, wie gut Menschen die Gesichtsausdrücke von Katzen deuten können – und ihren Test auch ins Internet gestellt. Er enthüllt, dass es „Katzenflüsterer“ gibt, die besonders gut erkennen, wie sich ein Stubentiger gerade fühlt. Dabei scheint dieses Talent bei Frauen besonders verbreitet zu sein. Aber keine Sorge: Das Katzenverstehen lässt sich wahrscheinlich auch trainieren.

Katzen sind die unangefochtenen Lieblingshaustiere der Deutschen: Die Stubentiger liegen in unserer Gunst sogar noch vor dem Hund und werden vor allem für ihren besonderen Charakter geschätzt. Die Tiere gelten als intelligent, willensstark und unabhängig. In der Regel sind sie weniger anhänglich als Hunde – und sie geben nicht immer preis, was gerade in ihrem Kopf vorgeht.

Katze grimmig
Ist diese Katze wirklich grimmig oder sieht sie nur so aus? © 101cats/ iStock

Subtile Zeichen im Gesicht

Tatsächlich fällt es selbst Katzenbesitzern mitunter schwer, den Gesichtsausdruck ihres Stubentigers richtig zu deuten. Wie gut wir subtile Zeichen von Emotionen aus dem Gesicht unserer Haustiere herauslesen können, haben Forscher um Georgia Mason von der University of Guelph in Kanada nun genauer untersucht.

An ihrer Studie nahmen 6.300 Personen aus 85 unterschiedlichen Ländern teil. Diese sahen sich aus einer Sammlung von 40 kurzen Katzenvideos jeweils 20 an und beantworteten anschließend einen Fragebogen dazu. Die Online-Filme zeigten Katzen in für sie positiven, aber auch negativen Situationen mit Frustration oder Unwohlsein. Gefilmt wurde dabei vor allem das Gesicht der Stubentiger – ihre Augen, ihre Schnauze, ihr Mund.

Wer selbst testen möchte, wie gut er die Gesichtsausdrücke von Katzen deuten kann, für den gibt es den Test im Internet.

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Katzenversteher oder nicht?

Wie gut würden die Probanden den emotionalen Zustand der Stubentiger erkennen? Die Auswertungen enthüllten, dass ein Großteil der Teilnehmer die Aufgabe als herausfordernd empfand. Tatsächlich konnten die meisten von ihnen eher schlecht als recht einschätzen, ob sich die gezeigte Katze in einem positiven oder negativen Zustand befand. Im Schnitt lagen sie in nur zwölf von 20 Fällen richtig – das ist kaum mehr als die Zufallsquote.

Doch es gab bemerkenswerte Ausnahmen: Wie die Wissenschaftler berichten, schnitten 13 Prozent der Studienteilnehmer überdurchschnittlich gut ab. Diese „Katzenflüsterer“ schätzten die Gefühlslage der Stubentiger in 15 oder mehr ihrer 20 Versuche korrekt ein. Zu dieser Gruppe gehörten besonders viele junge Menschen und Personen mit Erfahrung im tierärztlichen Bereich. Zudem waren die Katzenversteher häufig weiblich.

Frauen schlagen Männer

„Die Tatsache, dass Frauen besser abschnitten als Männer, passt zu Ergebnissen aus früheren Studien. Demnach scheint das weibliche Geschlecht nonverbale Zeichen von Emotionen grundsätzlich besser verstehen zu können – sowohl von Mitmenschen als auch von Hunden“, erklärt Mason.

Interessant auch: Ein erklärter Katzenliebhaber zu sein, hatte keinen messbaren Einfluss auf die Testergebnisse. So gab es Personen, die nach eigenen Angaben eine enge Verbindung zu Stubentigern hatten, aber trotzdem schlecht abschnitten. Umgekehrt waren unter den Katzenflüsterern auch Personen ohne besondere Beziehung zu Katzen. Mason und ihre Kollegen glauben allerdings, dass mit dem richtigen Training fast jeder zum Katzenversteher werden kann.

Selbsttest im Internet

„Dies könnte die Bindung zwischen Besitzern und Katzen stärken, das Verständnis für das Haustier verbessern und damit auch das Tierwohl“, schließt Masons Kollege Lee Niel. Wer sein Katzenflüsterer-Potenzial selbst testen möchte, kann dies mit dem Quiz tun, das die Forscher im Internet veröffentlicht haben. (Animal Welfare, 2019; doi: 10.7120/09627286.28.4.519)

Quelle: University of Guelph

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