Forscher decken Bildungsweg eines Sexuallockstoffes auf Sexappeal von Wespen entschlüsselt - scinexx | Das Wissensmagazin
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Forscher decken Bildungsweg eines Sexuallockstoffes auf

Sexappeal von Wespen entschlüsselt

Nasonia vitripennis © M.E.Clark / public domain

Berliner Wissenschaftlern ist es gelungen, den Bildungsweg eines wichtigen Sexuallockstoffes der Wespenart Nasonia vitripennis zu entschlüsseln und dessen Produktionsort zu identifizieren.

Sie fanden in ihrer Studie heraus, dass der nur auf „ledige“ Weibchen attraktiv wirkende Stoff 5-Hydroxy-4-decanolid im Enddarm der Männchen erzeugt wird. Das Team der Freien Universität Berlin und der Technischen Universität Berlin berichtet über seine Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS).

Parasitische Wespen

Als parasitische Wespen bezeichnen Wissenschaftler eine artenreiche Gruppe von Insekten, die sich in oder auf anderen Insektenarten entwickeln. Nasonia vitripennis beispielsweise befällt die Puppen zahlreicher Fliegenarten und wird nur etwa ein bis zwei Millimeter groß.

Die Wissenschaftler beobachteten nun, dass die Männchen regelmäßig mit ihrem Hinterleib den Boden markierten und dass diese Orte verstärkt von Weibchen besucht wurden. Um aus der Vielzahl der Drüsen im Hinterleib von Insekten diejenige herauszufinden, die den Sexuallockstoff produziert, entzifferten die Forscher den genetischen Code des Enzyms Epoxidhydrolase, das an der Produktion des Lockstoffs beteiligt ist und markierten das Gen durch einen fluoreszierenden Farbstoff.

Gen ausschließlich im Enddarm aktiv

Zu ihrer Überraschung fanden die Wissenschaftler heraus, dass das Gen ausschließlich in Zellen des blasenförmig erweiterten Enddarms der Männchen aktiv war – dort orteten sie auch den Sexuallockstoff.

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Die Berliner Forscher vermuten, dass die Männchen, die als erwachsene Tiere kaum noch Nahrung zu sich nehmen müssen, ihren Verdauungstrakt teilweise umfunktioniert haben, um hier den Lockstoff zu produzieren, der für ihre Fortpflanzung so wichtig ist.

(idw – Freie Universität Berlin, 25.06.2008 – DLO)

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