Wenigschläfer produzieren mehr Hungerhormone Schlafmangel macht dick - scinexx | Das Wissensmagazin
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Wenigschläfer produzieren mehr Hungerhormone

Schlafmangel macht dick

Die Menschen in den Industrieländern werden immer dicker. Doch Ursache dafür ist nicht nur das überreichliche Essen, sondern möglicherweise auch ein permanenter Schlafmangel. Zu diesem überraschenden Ergebnis kamen britische Wissenschaftler in einer neuen Studie.

Der Forscher Shahrad Taheri von der Universität von Bristol untersuchte gemeinsam mit amerikanischen Kollegen die Rolle von zwei Schlüsselhormonen für die Regulation des Appetits – Ghrelin und Leptin. Ghrelin erhöht das Hungergefühl, während Leptin den Appetit eher hemmt.

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Die Analyse des Schlafverhaltens von 1.000 Freiwilligen ergab tatsächlich deutliche hormonelle Unterschiede zwischen Viel- und Wenigschläfern: Die Wissenschaftler wiesen nach, dass Probanden, die nur fünf Stunden pro Nacht schliefen, 15 Prozent mehr von dem Hungerhormon Ghrelin im Blut hatten als diejenigen, die acht Stunden geschlafen hatten. Gleichzeitig war dafür die Konzentration des Sättigungshormons Leptin um rund 15 Prozent erniedrigt. Diese hormonellen Veränderungen könnten ein stärkeres Hungergefühl auslösen. Folge: Der dick machende Griff in den Kühlschrank oder die Keksdose.

Taheri, Hauptautor Studie, erklärt: “Wir stellten fest, dass Menschen, die kürzere Zeit schlafen reduzierte Leptin und erhöhte Ghrelinwerte aufweisen. Diese Unterschiede erhöhen sehr wahrscheinlich den Appetit und, in Gesellschaften, in denen Essen jederzeit verfügbar ist, trägt dies zum Übergewicht bei. Für Individuen, die weniger als acht Stunden schlafen, konnte eine stärkere Tendenz zum Dickwerden gezeigt werden. Guter Schlaf, in Kombination mit anderen Veränderungen des Lebensstils, könnten daher für die Bekämpfung von Übergewicht wichtig sein.“

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In den letzten 50 Jahren hat sich die Zeit, die der Mensch mit Schlafen verbringt, um durchschnittlich bis zu zwei Stunden pro Nacht reduziert. Ursachen dafür sind die gestiegenen Anforderungen und Ablenkungen dermodernen Gesellschaft – von der Arbeit oder Schule über Fernsehen bis zum Computer. Forscher vermuten daher, dass dieser latente Schlafentzug möglicherweise auch einer der Faktoren für die zurzeit in den Industrieländern grassierende Übergewichts-Pandemie sein könnte. Die jetzige Studie hat zum ersten Mal in einer groß angelegten Studie den Zusammenhang zwischen Schlaf und zwei wichtigen metabolischen Hormonen belegt.

(Universität von Bristol, 07.12.2004 – NPO)

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