Herrscher der Ozeane: In Grönland haben Paläontologen die 538 Millionen Jahre alten Fossilien von fleischfressenden Meereswürmern entdeckt – dem Urzeit-Äquivalent moderner Meeresräuber. Die Tiere waren mit einer Körpergröße von bis zu 30 Zentimetern für ihre Zeit riesig und standen wahrscheinlich an der Spitze der Nahrungskette, bevor sie von gepanzerten Gliederfüßern verdrängt wurden. Die „Timorebestia“ getauften Würmer könnten somit zu den ältesten Spitzenprädatoren der Welt zählen, wie die Forschenden berichten.
Vor rund 540 Millionen Jahren legte das Leben auf der Erde auf einmal den Turbo ein. Innerhalb kürzester Zeit entstanden während dieser „Kambrischen Explosion“ die Vorfahren aller heutigen großen Tiergruppen. Auch die Nahrungsketten, wie wir sie heute kennen, haben sich wahrscheinlich zu dieser Zeit entwickelt: mit fleischfressenden Tieren an der Spitze und Pflanzen am unteren Ende.

Schreckenstiere aus Grönland
Eines der frühesten fleischfressenden Tiere unseres Planeten haben nun Paläontologen um Tae-Yoon Park vom Koreanischen Polarforschungsinstitut womöglich in der nordgrönländischen Fossilienfundstätte Sirius Passet entdeckt. Es handelt sich dabei um 13 Exemplare von bislang unbekannten urzeitlichen Raubwürmern aus der Zeit vor 538 Millionen Jahren.
Versteinerte Körperabdrücke zeigen, dass diese Würmer längliche flache Körper mit Schwanz- und Seitenflossen besaßen. Ihr Kopf war mit zwei langen Fühlern und einem ausgeprägten Kiefer bestückt und ging nahtlos in den Rest des Körpers über. Mit bis zu 30 Zentimeter Länge gehörten die Raubwürmer wahrscheinlich zu den größten Tieren ihrer Zeit. Park und seine Kollegen haben sie daher auf den Namen „Timorebestia koprii“ getauft, was so viel wie „Schreckenstiere“ bedeutet.









