Natürlicher Feind mit Einsatzpotenzial gegen die Varroa-Milbe entdeckt Pilz-Fußbad könnte Bienen retten - scinexx | Das Wissensmagazin
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Natürlicher Feind mit Einsatzpotenzial gegen die Varroa-Milbe entdeckt

Pilz-Fußbad könnte Bienen retten

Varroamilben © USDA

Eine der größten Bedrohungen für Honigbienenvölker weltweit ist die Varroa Milbe. Doch ihre Tage könnten gezählt sein. Denn statt der zunehmend unwirksamen chemischen Bekämpfungsmittel haben britische Forscher jetzt einen Pilz entdeckt, der die Parasiten auf natürlichem Wege beseitigt.

Die parasitische Milbe Varroa destructor ist eine der großen Plagen der Honigbienen. Ursprünglich nur die asiatische Biene befallend, wurde sie mit deren Import nach Deutschland 1977 auch hierzulande eingeschleppt. Die nur 1,6 Millimeter kleine Milbe nistet sich in den Bienenstöcken ein und saugt das Blut von Erwachsenen und Larven. Dadurch schwächt sie nicht nur die befallenen Bienen, sie überträgt auch Krankheiten und kann letztlich ein ganzes Bienenvolk ausrotten. Beim großen Bienensterben im Winter 2002/2003 fielen ihr 30 Prozent aller deutschen Bienenvölker zum Opfer.

Zunehmende Resistenz gegen chemische Mittel

Die Bekämpfung erfolgt zurzeit mit chemischen Mitteln, doch immer mehr Varroa-Stämme entwickeln Resistenzen. Zudem schädigen die Chemikalien auch die ohnehin geschwächten Bienen. Eine Alternative wären biologische Kontrollmechanismen, doch es war Wissenschaftlern bisher nicht gelungen, einen natürlichen Feind der Milbe ausfindig zu machen. Jetzt allerdings haben Forscher der Universität von Warwick in England nach umfangreichen Tests doch mögliche Kandidaten entdeckt.

Vier von 50 Pilzen als Kandidaten

„Wir untersuchten 50 verschiedene Arten von Pilzen, die andere Insekten befallen, um zu sehen, ob sie vielleicht auch Varroa töten“, erklärt Dave Chandler, Leiter der Studie. „Dabei benötigten wir einen Pilz, der Varroa effektiv tötet, die Bienen verschont und zudem noch gut unter den trockenen und warmen Bedingungen des Bienenstocks gedeiht.“ Keine ganz einfache Aufgabe. Am Ende blieben von den ursprünglich 50 Arten ganze vier übrig.

Welche davon am effektivsten wirken und wie sie am besten eingesetzt werden können, sollen jetzt weitere Tests zeigen. Die Forscher verfolgen zurzeit verschiedene Ansätze, ihre Ideen reichen dabei von einem pilzversetzten Fußbad am Eingang des Bienenstocks bis zu Sprühflaschen mit Pilzlösung.

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(University of Warwick, 29.07.2008 – NPO)

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