Versuchsreihe gibt Hinweise auf Nikotinabhängigkeit Passivrauchen macht Ratten süchtig - scinexx | Das Wissensmagazin
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Versuchsreihe gibt Hinweise auf Nikotinabhängigkeit

Passivrauchen macht Ratten süchtig

Ratten, die passiv Tabakrauch ausgesetzt sind, werden nikotinabhängig: Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie amerikanischer Wissenschaftler. Die Reaktion des Rattengehirns auf Tabakrauch ist auch von Bedeutung für Studien, die sich mit den Auswirkungen von Rauch auf das menschliche Gehirn bei Passivrauchern beschäftigen.

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Die Ergebnisse sind zudem relevant für zukünftige Studien zum Thema Behandlung von Nikotinabhängigkeit, berichten die Forscher um Adrie Bruijnzeel von der University of Florida im Springer-Journal „Psychopharmacology“.

Wirkung des Passivrauchens erforscht

Nikotin und viele andere Bestandteile des Tabakrauchs wirken auf das Belohnungssystem des Gehirns und machen abhängig. Dennoch ist die Wirkung des Passivrauchens bisher noch nicht untersucht worden. Zur Entwicklung von Therapien gegen Nikotinabhängigkeit sind Tiermodelle unerlässlich, um die langfristigen Auswirkungen der passiven Aufnahme von abhängig machenden Bestandteilen des Tabakrauchs zu untersuchen.

In vier Experimenten mit männlichen Wistar-Ratten untersuchten Bruijnzeel und seine Kollegen jetzt nicht nur, ob Ratten, die passiv Tabakrauch ausgesetzt werden, nikotinabhängig werden, sondern auch, wie das Gehirn der Tiere auf Tabakrauch reagiert und ob sie Entzugserscheinungen entwickelten.

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Tabakrauch einige Stunden am Tag

Bei allen Experimenten setzten die Forscher die frei umherlaufenden Ratten über längere Zeit hinweg einige Stunden am Tag Tabakrauch aus. Im ersten Experiment wurden mittels einer Sonde im Schädel die emotionalen Aspekte des Entzugs gemessen. Im zweiten Versuch stand die Frage im Mittelpunkt, ob die Ratten, wenn sie Tabakrauch ausgesetzt waren, selbst versuchten, mehr Nikotin abzubekommen.

Das dritte Experiment untersuchte dagegen, inwieweit der Tabakrauch bei den Ratten die Fresslust senkt, und im vierten ging es schließlich um die Frage, wie sich der Rauch auf die so genannte graue Materie, den Hippocampus, auswirkt – das ist der Bereich im Gehirn, der besonders sensibel auf Rauch und Nikotin reagiert.

Entzugserscheinungen und nikotinbedingte Veränderungen im Hippocampus

Die dem Rauch ausgesetzten Ratten zeigten nach Angaben der Wissenschaftler affektive und physische Entzugserscheinungen wie auch nikotinbedingte Veränderungen im Hippocampus. Dies macht nach Angaben der Forscher deutlich, dass auch der passive Kontakt mit Tabakrauch zu Nikotinabhängigkeit führt.

Die Wissenschaftler kommen deshalb zu dieser Schlussfolgerung: „Diese Studien haben gezeigt, dass sich unsere Versuchsreihe mit Ratten, die Tabakrauch ausgesetzt wurden, durchaus verwenden lässt, um auch die Auswirkungen von Rauch auf das menschliche Gehirn zu untersuchen und um die Wirksamkeit neuer Therapien gegen Nikotinabhängigkeit zu bewerten.“

(Springer-Journal Psychopharmacology, 09.12.2009 – DLO)

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