Ex-Partner und ihre Nachfolger ähneln sich bei den meisten Menschen auffällig Partnerwahl: Wir haben tatsächlich einen "Typ" - scinexx | Das Wissensmagazin
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Partnerwahl: Wir haben tatsächlich einen „Typ“

Ex-Partner und ihre Nachfolger ähneln sich bei den meisten Menschen auffällig

Beziehung
Bei der Partnerwahl bleiben die meisten Menschen bei einem bestimmten "Typ" – der Ex ähnelt deshalb oft dem aktuellen Partner. © kieferpix/ iStock

Genauso wie der Ex? Nach landläufiger Annahme bevorzugen wir bei der Partnerwahl unbewusst einen bestimmten Typ – sowohl im Äußeren als auch in der Persönlichkeit. Ob das stimmt, haben nun Forscher genauer untersucht. Und tatsächlich: Bei den meisten Teilnehmern waren die ehemaligen und aktuellen Partner in ihrer Persönlichkeit auffallend ähnlich. Etwas vielseitiger sahen die Beziehungen bei Menschen aus, die selbst eher offen und extrovertiert sind.

Was bestimmt, wen wir attraktiv finden und mit wem wir eine Liebesbeziehung eingehen? Diese Frage stellen sich nicht nur partnersuchende Frauen und Männer – auch die Wissenschaft versucht, den Geheimnissen unserer Partnerwahl auf die Spur zu kommen. Ihren Resultaten zufolge spielt dafür nicht nur das Äußere und Verhalten eine Rolle, sondern auch der Körpergeruch und die Gene.

Wie ähnlich sind sich unsere Partner?

Eine Frage aber blieb bislang offen: Haben wir in Bezug auf unsere Partnervorlieben einen bestimmten Typ? Zumindest bei einigen Menschen fällt auf, dass sie im Laufe ihres Lebens immer wieder mit sehr ähnlichen Partnern Beziehungen eingehen – sowohl in positiver wie negativer Hinsicht. Die ehemaligen und aktuellen Partner gleichen sich oft nicht nur äußerlich, sondern auch im Verhalten und der Persönlichkeit. Aber was ist dran am Mythos vom immer gleichen „Typ“?

Das haben nun Yoobin Park und Geoff MacDonald von der University of Toronto untersucht. Ihre Probanden waren 332 Teilnehmer einer deutschen Familienstudie, die im Verlauf der mehrjährigen Studienzeit mindestens zwei verschiedene Beziehungspartner hatten. Die Forscher unterzogen jeweils alle drei einem standardisierten Persönlichkeitstest und nutzten diese psychologischen Daten dann, um die Persönlichkeitsprofile zu vergleichen.

Gleicher Typ bevorzugt

Das Ergebnis: Bei den meisten Testpersonen gab es signifikante Ähnlichkeiten zwischen den ehemaligen und aktuellen Partnern. Diese Übereinstimmungen gingen deutlich über das hinaus, was man aufgrund des Grundsatzes „gleich und gleich gesellt sich gern“ erwarten würde, wie Park und MacDonald feststellten. Die Vorliebe für einen Partner, der einem selbst ähnlich ist, spielt demnach nicht die entscheidende Rolle.

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„Unsere Daten liefern den Beleg dafür, dass Menschen tatsächlich eine Vorliebe für Beziehungen mit einer bestimmten Art von Partner haben“, sagen die Forscher. Demnach haben wir bei unserer Partnerwahl tatsächlich einen „Typ“. Die Präferenz führt dann dazu, dass wir unwillkürlich zu Partnern neigen, die ihren Vorgängern sehr ähnlich sind – selbst wenn diese Beziehung unbefriedigend war und gescheitert ist.

Was steckt dahinter?

Warum die meisten Menschen unbewusst einen bestimmten „Typ“ bevorzugen, ist allerdings unklar. „Unsere Daten geben darauf keine Antwort“, sagen die Forscher. Sie vermuten allerdings, dass das soziale Umfeld dafür eine Rolle spielt. Denn Studien zeigen, dass auch in unserem Freundeskreis meist Menschen mit ähnlichen Interessen und Persönlichkeiten dominieren. Ist dieser Pool potenzieller Partner aber relativ homogen, dann ist es entsprechend wahrscheinlich, dass sich auch die Partner ähneln.

Ein Indiz dafür könnte eine weitere Auffälligkeit der Ergebnisse sein: Bei den Testpersonen, die selbst eine eher offene und extrovertierte Persönlichkeit besaßen, waren die Ähnlichkeiten zwischen den ehemaligen und aktuellen Partnern am geringsten. Sie wechselten von Beziehung zu Beziehung ihren „Typ“. „Das kann damit zusammenhängen, dass solche Menschen vermehrt neue Erfahrungen und Eindrücke suchen“, sagen die Forscher. „Es könnte aber auch sein, dass ihre sozialen Netzwerke heterogener sind – und damit der Pool der potenziellen Partner.“ (Proceedings of the National Academy of Sciences, 2019: doi: 10.1073/pnas.1902937116)

Quelle: PNAS

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