Erster zellulärer Marker für Multiple Sklerose entdeckt MS: Entzündungshemmer Mangelware - scinexx | Das Wissensmagazin
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Erster zellulärer Marker für Multiple Sklerose entdeckt

MS: Entzündungshemmer Mangelware

Auf der Suche nach den zellulären und molekularen Ursachen der Multiplen Sklerose (MS) hat ein italienisch-deutsches Forscherteam eine Gruppe von schützenden Immunzellen, so genannten Suppressorzellen, nachgewiesen, die bei Kranken aus bisher noch unbekannten Gründen sehr stark verringert sind.

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Diese Suppressorzellen tragen auf ihrer Oberfläche ein Merkmal, kurz CD39 genannt, und bauen den von zerstörtem Gewebe freigesetzten Energieträger ATP ab. Auf diese Weise scheinen sie Entzündungen einzudämmen, welche im Verlauf der Erkrankung im zentralen Nervensystem entstehen.

Bald bessere MS-Diagnose möglich

Mit CD39 haben Dr. Giovanna Borsellino vom Labor für Neuroimmunologie der Fondazione Santa Lucia in Rom, Italien, und Dr. Olaf Rötzschke sowie Dr. Kirsten Falk vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch zum ersten Mal einen zellulären Marker identifiziert, dessen Abwesenheit direkt mit der Entstehung der Krankheit in Verbindung gebracht werden kann.

Wie sie in der amerikanischen Fachzeitschrift Blood berichten, könnte der Grad der Verringerung von CD39-Zellen dabei helfen, die Krankheit besser zu diagnostizieren. Bisher wird die Erkrankung durch den Nachweis von Antikörpern in der Hirnflüssigkeit diagnostiziert oder mit Hilfe der Kernspintomographie. Die Zukunft wird zeigen, ob die neue Erkenntnis auch für die Entwicklung einer Therapie nutzbar sein kann.

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Nervenzell-Signale bleiben „stecken“

Bei der Multiplen Sklerose zerstören fehlgeleitete ‚autoreaktive‘ Immunzellen die isolierende Hüllschicht der Nervenfasern, so dass die Weiterleitung von Nervenzell-Signalen gestört ist. Bei Gesunden hält das Abwehrsystem solche amoklaufenden Immunzellen unter anderem durch die spezielle Gruppe der Suppressorzellen, auch regulatorische T-Zellen genannt, in Schach.

Erst kürzlich haben Wissenschaftler der Universität Heidelberg herausgefunden, dass Patienten mit Multipler Sklerose nicht genügend regulatorische T-Zellen nachbilden können, so dass die überschießende Abwehraktion des Immunsystems nur unzureichend gebremst wird.

Weiter haben Forschergruppen in Europa und den USA zeigen können, dass kleinste Veränderungen in der Bauanleitung zweier Gene das Risiko an Multipler Sklerose zu erkranken, leicht erhöhen. Diese Gene enthalten die Bauanleitung für die Oberflächenmarker CD25 und CD127 auf regulatorischen T Zellen. Sie werden auch als Interleukin 2 beziehungsweise Interleukin 7 bezeichnet und steuern die Aktivierung dieser Immunzellen.

(idw – Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch, 16.08.2007 – DLO)

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