Menschliches Immunsystem auf Erreger nicht vorbereitet Mikrobe aus dem Hundemaul gefährlich für den Menschen - scinexx | Das Wissensmagazin
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Menschliches Immunsystem auf Erreger nicht vorbereitet

Mikrobe aus dem Hundemaul gefährlich für den Menschen

Ein Bakterium, das im Maul von Hunden und Katzen vorkommt und dort unschädlich ist, kann beim Menschen zu lebensbedrohenden Krankheiten führen. Forscher haben einen Mechanismus entdeckt, mit dem der Erreger dem Menschen gefährlich werden kann und berichten darüber in der Fachzeitschrift „PLoS Pathogens“.

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In seinem natürlichen Umfeld, dem Hunde- oder Katzenmaul, richtet das Bakterium Capnocytophaga canimorsus keinen Schaden an. Gelangt der Erreger aber durch einen Biss oder Kratzer in das menschliche Gewebe und Blut, kann er zu schwerwiegenden Krankheiten führen. Bei fehlender Behandlung durch Antibiotika können sich die Bakterien ungehindert vermehren und gefährliche Infektionen wie zum Beispiel Wundbrand, Blutvergiftung, Hirnhautentzündung oder Endokarditis, eine Entzündung der Herzinnenhaut, auslösen. Im Extremfall kann eine Infektion mit Capnocytophaga canimorsus auch zum Todesfall führen.

Immunsystem erkennt Erreger nicht

Eine Forschungsgruppe um Professor Guy Cornelis am Biozentrum der Universität Basel hat nun herausgefunden, warum Capnocytophaga canimorsus nach seiner Übertragung auf den Menschen derart schwere Infektionen hervorrufen kann. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass die Bakterien aufgrund ihrer Anpassung an das tierische Umfeld auch vom menschlichen Immunsystem weitgehend unbemerkt bleiben.Da die menschlichen Abwehrzellen den Erreger nicht erkennen, kann der

Körper auch keine schützende Immunabwehr entwickeln.

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Cornelis und sein Team fanden nun heraus, wie sich Capnocytophaga canimorsus ungehindert beim Menschen ausbreiten kann. Sie stellten fest, dass sich die Bakterien von speziellen Zuckern, die sich auf der Oberfläche unserer Zellen befinden, ernähren. Dabei werden nicht nur Zuckerreste an der Oberfläche verschiedener Säugetierzellen entfernt, sondern – überraschenderweise – auch die Zuckerreste von Abwehrzellen.In beiden Fällen brauchen die Bakterien diese Zuckerreste als Nahrung, um sich zu vermehren.

Unterschiedliche Gefährlichkeit

Neuste Ergebnisse zeigten den Basler Forschern auch, dass nicht jeder Bakterienstamm gleich gefährlich ist. In Zusammenarbeit mit Tierärzten aus der Region Basel wurden Speichelproben von Hunden gesammelt, anhand derer nun die unterschiedlichen Eigenschaften der isolierten Bakterien untersucht werden. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, welche Eigenschaften die Bakterien für den Menschen so gefährlich machen und welche sowohl für Mensch auch als Tier unbedenklich sind.

(Universität Basel, 06.10.2008 – NPO)

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