Vierbeinige Persönlichkeiten: Ob ein Hund ängstlich, lernbegabt oder faul ist, hängt auch von seinen Genen ab. Dabei wird der Charakter des Vierbeiners teilweise von den gleichen Genvarianten geprägt wie bei uns Menschen. So beeinflussen Genvarianten, die bei Golden Retrievern die Trainierbarkeit, Ängstlichkeit und Aggression prägen, auch unsere Persönlichkeit, wie Forschende ermittelt haben. Das unterstreicht, wie tief die gemeinsamen Wurzeln von Mensch und Hund reichen.
Kein anderes Tier ist so auf den Menschen eingestellt wie der Hund: Er erkennt unsere Stimmung, unsere Tonlage und unser Lächeln und kann sich sogar gedanklich in uns hineinversetzen. Für das Lob ihres Menschen lassen viele Hunde sogar ihr Futter stehen. Kein Wunder: Anders als ihre wölfischem Vorfahren sind Hunde genetisch darauf programmiert, anhänglich und verträglich zu sein. Eine weitere Genvariante der Hunde stärkt den verbindenden Effekt des Kuschelhormons Oxytocin – beispielsweise beim tiefen Augenkontakt mit uns.

Aber nicht jeder Hund ist gleich: Hundebesitzer wissen aus Erfahrung, wie individuell ihre vierbeinigen Gefährten sind – selbst innerhalb der gleichen Rasse. So gelten beispielsweise Golden Retriever zwar generell als gutmütig und gut trainierbar. Doch wie lernfähig der einzelne Hund ist, wie gut er sich mit anderen Hunden verträgt, wie energiegeladen oder schreckhaft er ist, ist von Tier zu Tier unterschiedlich.
Spurensuche im Golden-Retriever-Genom
Durch Erziehung lassen sich zwar bestimmte Verhaltensweisen des Hundes fördern oder reduzieren, doch grundlegende Charakterzüge bleiben unveränderlich. „Unterschiede in der emotionalen Reaktivität, Geselligkeit und anderen Verhaltensmerkmalen entstehen durch komplexe Wechselwirkungen zwischen genetischen und umweltbedingten Faktoren“, erklären Enoch Alex von der University of Cambridge und seine Kollegen.








