Genomprojekt zur Erforschung von neuen Wirksubstanzen gestartet Krebs-Wirkstoff aus Bodenbakterien - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Genomprojekt zur Erforschung von neuen Wirksubstanzen gestartet

Krebs-Wirkstoff aus Bodenbakterien

© Prague University

Mikroorganismen sind eine Fundgrube bei der Suche nach neuartigen Wirkstoffen für die Medizin. Ein neues Genompojekt an der Univerversität des Saarlandes erforscht jetzt die potenziellen Wirksubstanzen von bodenlebenden Myxobakterien.

So konnte bei Mikroorganismen im Boden eine Substanz nachgewiesen werden, die möglicherweise einmal zu einem Zytostatikum für die Behandlung von Krebspatienten werden könnte. Die Substanz Epothilon lässt sich im Vergleich zu anderen Krebstherapeutika ähnlicher Wirkung relativ einfach gewinnen. Wissenschaftler der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) in Braunschweig hatten die Antitumorsubstanz aus Myxobakterien isoliert, eine zytostatische Wirkung des Stoffs nachgewiesen und 1993 zum Patent angemeldet.

Myxobakterien sind so genannte „Raub-Bakterien“, die mit 10.000 Genen das größte Genom aller Bakterien besitzen. Sie sind kompliziert zu isolieren, wachsen langsam und kommunizieren miteinander. Geht ihnen beispielsweise die Nahrung aus, schließen sich Millionen Bakterien zu einem Fruchtkörper zusammen, in denen einige von ihnen trotz Nahrungsmangels als Sporen überleben.

Neuester Schwerpunkt der pharmazeutischen Forschung an der Saar-Universität sind eben jene Myxobakterien. Als Private-Public-Partnership- Projekt wird das Stiftungsinstitut ‚Pharmazeutische Biotechnologie‘ der Universität des Saarlandes je zur Hälfte aus Privatisierungserlösen der Landesregierung und von der saarländischen Wirtschaft finanziert.

In Saarbrücken soll ein myxobakterielles Genomprojekt etabliert werden, welches bereits im Rahmen des BMBF Genomik-Netzwerks in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum in Bielefeld und der GBF begonnen wurde. Mit diesem Genomprojekt soll herausgefunden werden, wie, welche und wieviele Wirksubstanzen Myxobakterien produzieren können und wie sie sich für die Pharmazie besser nutzen lassen.

Anzeige

(Universität des Saarlandes, 04.02.2004 – NPO)

Anzeige

In den Schlagzeilen

Diaschauen zum Thema

keine Diaschauen verknüpft

Dossiers zum Thema

keine Dossiers verknüpft

News des Tages

2018 VG18

Fernstes Objekt des Sonnensystems entdeckt

Mars: Rätsel um verschwundenes Methan

Europa: Diese invasiven Arten sind am gefährlichsten

Hatten schon die Dino-Vorfahren Federn?

Bücher zum Thema

keine Buchtipps verknüpft

Top-Clicks der Woche

Anzeige
Anzeige