Hunde können Bilder ihrer Artgenossen von Bildern anderen Tierarten unterscheiden Hunde erkennen Hundeportraits - scinexx | Das Wissensmagazin
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Hunde können Bilder ihrer Artgenossen von Bildern anderen Tierarten unterscheiden

Hunde erkennen Hundeportraits

Hunde können Portraits ihrer Artgenossen von denen anderer Tier unterscheiden. © SXC

Hunde können Portraits ihrer Artgenossen von Bildern mit Menschen und anderen Tieren unterscheiden. Sie erkennen dabei die Gesichter anderer Hunde unabhängig von deren Rasse – und allein anhand von visuellen Anhaltspunkten. Das zeigt die Studie französischer Forscher die jetzt zum ersten Mal um diese Fähigkeit bei Haushunden untersucht haben. Ihre Ergebnisse stellten sie im Fachmagazin „Animal Cognition“ vor.

Tiere einer Tierart leben häufig zusammen. Um Gruppen bilden zu können, müssen die Tiere ihre Artgenossen an bestimmten Merkmalen, beispielsweise äußerlichen Ähnlichkeiten erkennen. Bei Menschen etwa hat sich gezeigt, dass die Fähigkeit Gesichter zu erkennen deutlich besser ausgeprägt ist als für andere Objekte. Auch einige Primaten, wie zum Beispiel Makaken, erkennen ihre Artgenossen leichter und fühlen sich in Experimenten mehr von Bildern ihrer nahen Verwandten angezogen als von Bildern anderer Arten.

Ob aber auch Hunde Köpfe ihrer Artgenossen erkennen, war bisher nicht bekannt. Offen war auch die Frage, ob den Haushunden dies auch dann gelingt, wenn sie Bilder verschiedener Hunderassen vor sich haben. Denn das bedeutet, dass sie beispielsweise Pudel, Dackel und Boxer trotz des völlig unterschiedlichen Aussehens alle als Hund kategorisieren und so erkennen können.

Der Versuchshund läuft zielsicher auf das Bild seines Artgenossen zu © Autier-Dérian et al. /Animal Cognition

Um das herauszufinden, führten Dominique Autier-Derian von der National Veterinary School in Lyon und ihr Team Tests mit insgesamt neun Haushunden durch. Dazu zeigten sie den Tieren auf zwei Bildschirmen einmal das Bild eines Rasse- oder Mischlingshundes und daneben auf dem anderen Monitor das Portrait einer von 40 anderen Tierarten. Die Aufgabe der Hunde bestand darin, jeweils das Bild des Artgenossen zu erkennen und auszuwählen, indem sie auf ein Signal hin darauf zu liefen. War die Zuordnung richtig, erhielten die Tiere Belohnung in Form von Futter.

Das Bild allein genügt

Und tatsächlich: Hunde können offenbar trotz der Vielfalt der Hunderassen die Bilder sehr unterschiedlicher Hunde in eine einzige Kategorie zusammenfassen. Hunde werden als Hunde erkannt und so von anderen Tierarten und dem Menschen abgegrenzt. Und dies allein auf Basis visueller Merkmale. Forscher sind deshalb überzeugt: „Hunde können ihre eigene Art visuell erkennen und sie haben einen ausgeprägten Geruchssinn. Beides zusammen stellt sicher, dass Tierfreundschaften und Paarungen zwischen unterschiedlichen Hunderassen potentiell immer noch möglich sind. Obwohl der Mensch die morphologischen Grenzen des Haushundes Canis familiaris ausgereizt hat, blieb dessen biologisches Wesen erhalten.“ (Animal Cognition, 2013; doi: 10.1007/s10071-013-0600-8)

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(Animal Cognition, 15.02.2013 – KBE)

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