UNESCO gibt 18 Monate Zeit, um einen Schutzplan für das Korallenriff umzusetzen Great Barrier Reef: Frist für Australien - scinexx | Das Wissensmagazin
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UNESCO gibt 18 Monate Zeit, um einen Schutzplan für das Korallenriff umzusetzen

Great Barrier Reef: Frist für Australien

Das einzigartige Welterbe Great Barrier Reef ist in akuter Gefahr © Sarah Ackerman / CC-by-sa 2.0

Rote Karte für Australien: Das Land muss in den nächsten 18 Monaten beweisen, dass es die Bedrohung des Great Barrier Reefs ernst nimmt und entsprechend handelt. Die UNESCO hat gestern entschieden, den von Australien vorgelegten Reef-2050-Plan unter Vorbehalt zu akzeptieren und verzichtet vorerst darauf, das Riff offiziell auf die Rote Liste der bedrohten Welterbestätten zu setzen. Sollte Australien aber den Ausbau seiner Kohlehäfen und die Wasserverschmutzung nicht in den Griff bekommen, dann sind Sanktionen fällig.

Das Great Barrier Reef vor Australien ist das größte Korallenriff der Erde. Seit 1981 gehört es daher offiziell zum UNESCO Weltnaturerbe. Doch dieser einzigartige Lebensraum ist akut bedroht. Bereits 2012 hatten Forscher ermittelt, dass das Riff die Hälfte seiner Korallen verloren hat. Anfang diesen Jahres warnte eine andere Forschergruppe, dass das Great Barrier Reef kurz vor dem Kollaps steht: „Die Aussichten sind düster und sich immer weiter verschlechternd“, so die Wissenschaftler.

Hauptgefahren: Schlamm, Schifffahrt und Überdüngung

Ursache der Misere ist neben dem Klimawandel vor allem die Wasserverschmutzung – durch Abwässer der Landwirtschaft und das Ausbaggern von immer neuen Kohlenhäfen entlang der nahen Küste Australiens. Die Bedrohung geht so weit, dass die UNESCO gedroht hat, das Riff auf die Rote Liste der bedrohten Welterbestätten zu setzen, wenn Australien nicht handelt. Sollte dies geschehen, dann könnte die UNESCO Australien Schutzmaßnahmen diktieren – werden diese dann nicht umgesetzt, wird das Riff ganz von der Welterbeliste gestrichen.

Um das abzuwenden, hat Australien nun den sogenannten Reef-2050 Plan vorgelegt. Nach diesem sogenannten Nachhaltigkeitsplan soll unter anderem die Sauberkeit von eingeleitetem Wasser künftig stärker überwacht werden. Ziel ist es, die Stickstoffgehalte der Einleitungen in bestimmten Gebieten um 50 Prozent zu reduzieren. Die Sedimentfracht, die beim Ausbaggern von Häfen und Schiffsrouten entsteht, soll um 20 Prozent reduziert werden – allerdings auch wieder nur in „Prioritätsgebieten“, wie es im Plan heißt.

Der Naturforscher Bob Irwin erklärt die Gefahren für das Great Barrier Reef© Fight for the Reef

Aufschub um 18 Monate

Diesen Plan hat die UNESCO am 1. Juli 2015 bei einem Treffen diskutiert und Australien noch einmal einen Aufschub gewährt: Noch darf das Great Barrier Reef seinen Status behalten. Doch die Vertreter des Komitees äußerten nach wie vor deutliche Bedenken und fordern binnen 18 Monaten von Australien einen Fortschrittsreport ein.

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„Das Welterbe-Komitee hat Australien heute erneut die dunkelrote Karte gezeigt und seine Vorentscheidung zum Welterbe-Status des Great Barrier Reef bestätigt“, kommentierte Greenpeace-Meeresexpertin Sandra Schöttner die Entscheidung. „Das kann nur ein allererster Schritt sein, um den Schutz dieses einzigartigen marinen Ökosystems zu sichern.“ Die australische Regierung müsse jetzt liefern und beweisen, dass sie den Riffschutz wirklich ernst nimmt.

„Reef-2050-Plan ist nicht ausreichend“

Nach Ansicht von Greenpeace reicht es dafür nicht aus, allein den Reef-2050-Plan umzusetzen. „Denn dieser sogenannte Nachhaltigkeitsplan ist bei genauem Hinsehen nur ein Blendwerk mit Hintertürchen“, so Schöttner. Denn der Ausbau der Kohlehäfen und Minen geht weiter, auch wenn einige wenige Ausbauprojekte eingeschränkt oder gestoppt werden.

Auch die Schifffahrt quer durch das geschützte und hochsensible Korallenriff mit allen damit verbundenen Risiken wird fortgesetzt. Bereits jetzt sind nach Angaben von Greenpeace fünf von acht Kriterien erfüllt, um das Riff auf die Liste des gefährdeten Welterbes zu setzen. Australien muss nun beweisen, dass es seine Verantwortung für das Weltnaturerbe vor seiner Küste ernst nimmt.

(Greenpeace/ UNESCO, 02.07.2015 – NPO)

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