Bedeutung des Gehirnareals beim Aufbau von Reputation identifiziert Gehirn: Stirnlappen wichtig für "guten Ruf" - scinexx | Das Wissensmagazin
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Bedeutung des Gehirnareals beim Aufbau von Reputation identifiziert

Gehirn: Stirnlappen wichtig für „guten Ruf“

Schweizer Forscher haben die Bedeutung des vorderen Stirnlappens beim Aufbau von Reputation identifiziert. Sie berichten über ihre Ergebnisse im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS).

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In ihrer interdisziplinären Studie untersuchten die Neurowissenschaftlerin Professorin Daria Knoch von der Universität Basel und der Wirtschaftswissenschaftler Professor Ernst Fehr sowie Dr. Daniel Schunk und Frédéric Schneider von der Universität Zürich die neurobiologischen Grundlagen eines zentralen Verhaltenselements menschlicher Kooperation und Kultur – nämlich der Fähigkeit, auf eine unmittelbare Belohnung zu verzichten, um so zu einer Reputation als vertrauenswürdige und großzügige Person zu kommen.

Auf der Suche nach den neurobiologischen Wurzeln

Im letzten Jahrzehnt hat die Forschung gezeigt, dass der Aufbau von Reputation eine Schlüsselrolle für die beim Menschen so hoch entwickelte Fähigkeit zur Kooperation spielt.

Während die grundlegenden evolutionären Mechanismen mittlerweile relativ gut verstanden werden, lagen die neurobiologischen Wurzeln der menschlichen Fähigkeit zum Reputationsaufbau bisher im Dunkeln.

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Forscher stimulieren Gehirn

Die Forscher haben nun eine nicht invasive Gehirnstimulation – die so genannte transkranielle Magnetstimulation – angewendet, die eine schmerzfreie und kurzzeitige Minderung der Erregbarkeit eines Gehirnareals bewirkt. Anschließend hatten die Probanden mehrere Entscheidungsaufgaben zu lösen. Wer am vorderen Stirnlappen stimuliert wurde, war weit weniger in der Lage, auf eine unmittelbare Belohnung zu verzichten – was seinem guten Ruf abträglich war.

Auf diese Weise konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass der vordere Stirnlappen für den Aufbau einer guten Reputation voll funktionsfähig sein muss. Die Ergebnisse weisen auch darauf hin, dass es auf neurobiologischer Ebene eine Trennung gibt: nämlich zwischen dem Wissen darüber, was im eigenen Interesse liegt, und der Fähigkeit, sich in seinem Handeln auch tatsächlich nach diesem Wissen zu richten.

Stirnlappen bei Kindern noch nicht voll funktionsfähig

Die Resultate sind laut Schunk auch im Lichte der Gehirnentwicklung Heranwachsender interessant. So hat der vordere Stirnlappen bei Kindern und Jugendlichen seinen vollen Funktionsumfang noch nicht erreicht, was ihr Verhalten auf unmittelbare Belohnungen oft nur schlecht verzichten zu können, erklären könnte.

Befürchtungen über die Anwendung dieses Gehirnstimulationsverfahrens sind laut Knoch unbegründet, da der Effekt nur von sehr kurzer Dauer ist und die Anwendung das Einverständnis der betreffenden Person voraussetzt.

(idw – Universität Basel, 02.12.2009 – DLO)

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